"Die moralische Haltung der Kirche macht es dem Papst unmöglich, den Friedensnobelpreis in Empfang zu nehmen"

Aussagen des lutherischen Bischofs Gunnar Staalseth von Oslo

| 316 klicks

OSLO, 27. August 2001 (ZENIT.org).- Papst Johannes Paul II. war eine der entscheidenden Gestalten für die Beendigung des Kalten Krieges. Er fungierte bei vielen Nationen als Friedensmittler, doch wird er den Friedensnobelpreis nicht erhalten, weil er gegen sexuelle Promiskuität ist und die eheliche Liebe und Treue für die beste Aidsverhütung hält.



Dies ist Stellungnahme des lutherischen Bischofs Gunnar Staalseth von Oslo, der auch Mitglied des Auswahlkomitees für den von Alfred Nobel eingerichteten Friedenspreis ist und die er UNO-Generalsekretär Kofi Annan gegenüber kundtat, als dieser für einen zweitägigen Besuch in der norwegischen Hauptstadt weilte.

"Die heutige römisch-katholische Theologie befürwortet eher den Tod als das Leben", so Staalseth in einer von der Nachrichtenagentur Reuters veröffentlichten Stellungnahme.

"Ich bezweifle, dass der Vatikan seine Haltung hinsichtlich der Kondome revidiert" so der Protestant. "Das Kondom sollte als Mittel gegen die Ausbreitung von Aids zugelassen werden".

Jedes Jahr befindet sich der Name des Papstes in der Liste der Kandidaten für den Friedensnobelpreis, und der protestantische Bischof erörterte das Thema auch mit dem UNO-Generalsekretär, da nun wieder ein Kandidat aus der Liste ausgewählt werden muss. Der diesjährige Empfänger des Friedensnobelpreises wird im Oktober bekannt gegeben werden.

Außer seinem einzigartigen Beitrag zur Beendigung des Kalten Krieges hat sich Karol Wojtyla in seinem nun fast 23-jährigen Pontifikat für die Beendigung jeglicher Art von Konflikten und Bürgerkriegen eingesetzt. Aufgrund seiner direkten Vermittlung konnte in Chile und Argentinien ein Krieg vermieden werden, der aufgrund von Grenzkonflikten hinsichtlich des Beagle-Kanals im Jahre 1979 unumgänglich schien.

Seit Bekannt werden der ersten Aidsfälle hat der Heilige Vater die Katholische Kirche mobilisiert, um den vom HIV-Virus infizierten Menschen zu helfen. Derzeit wird jeder dritte Aidskranke in von katholischen Institutionen geleiteten Krankenhäusern oder klinischen Zentren behandelt.