Die „Mutter der Armen“, Maria Louise Merkert (1817-1872), wurde selig gesprochen

Kardinal José Saraiva Martins feierte Hochamt im schlesischen Neiße

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NYSA, 2. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Am Sonntag wurde im schlesischen Nysa (Neiße) in der Diözese Oppeln im Rahmen eines Pontifikalhochamts, das Kardinal José Saraiva Martins, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, in der Kirche der heiligen Jakob und Agnes zelebrierte, die Dienerin Gottes Maria Louise Merkert (1817-1872) selig gesprochen.



Die neue Selige ist Mitbegründerin der Schwestern von der heiligen Elisabeth und wurde schon zu Lebzeiten als „liebe Mutter aller“, „Mutter der Armen“ und „schlesische Samariterin“ verehrt, erklärte P. Andrea Ambrosi, Postulator ihres Seligsprechungsverfahrens, auf „Radio Vatikan“. Die Selige habe bereitwillig die Hilfsbedürftigen aufgenommen, die im Bewusstsein zu ihr geströmt seien, dass sie stets helfe.

Maria Louise begann 1842, mit Clara Wolff, Franziska Werner und Mathilde Merkert zusammenzuleben und gemeinsam ambulante Kranke zu pflegen. Die Frauen stellten ihr Werk und ihren Verein unter den Schutz des Herzens Jesu. Trotz Anerkennung in der Bevölkerung gab es ab 1846 Widerstände von kirchlicher Seite. Die Frauen wurden gedrängt, sich den Borromäerinnen anzuschließen, die vor allem Kranke in Kliniken pflegen.

1850 nahmen Maria Merkert und Franziska Werner das Werk der ambulanten Betreuung erneut auf. Bald nannten sie sich „Graue Schwestern von der heiligen Elisabeth“ und erhielten die kirchliche Anerkennung. Im Jahr 1869 zählten sie 60 Schwestern in elf Niederlassungen, und Maria Merkert wurde erste Generaloberin. Besonders lag ihr auch der Einsatz in der Diaspora am Herzen (Eröffnung von Niederlassungen in Sachsen, Berlin, Hamburg).

Maria Merkert starb am 14. November 1872 im Ruf der Heiligkeit. Die von ihr gegründete Kongregation zählte 440 Schwestern in 87 Niederlassungen. (1939 erreichte die Gemeinschaft mit 4.400 Schwestern ihre höchste Mitgliederzahl.)

Das Anliegen von Maria Merkert, in den Armen und Notleidenden Christus selbstlos zu dienen, „wird niemals seine Aktualität verlieren“, bekräftigte P. Andrea Ambrosi. In den Kranken die geschundenen Glieder am Leib des göttlichen Heilands zu pflegen, sei die Grundlage ihrer Spiritualität und ihres Lebenszeugnisses gewesen.

Stets habe Maria Louisa darauf vertraut, dass sie den Menschen nicht nur physisch helfe, sondern auch geistig; dass sie durch ihre Fürsorge die Liebe Gottes sichtbar mache. Deshalb habe ihr Lebenswerk ihren Tod überdauert und sei noch heute aktuell.