Die Muttergottes von Guadalupe, Apostel Lateinamerikas

Symposium über historische und evangelisierende Wirkung der Erscheinung von 1531

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ROM, 26. März 2003 (ZENIT.org).- Man kann die Geschichte der Evangelisierung Amerikas nicht verstehen, wenn man die Erscheinung von Guadalupe 1531 nicht verstanden hat, meint eine Gruppe von Experten.



"Die Ereignisse von Guadalupe sind zutiefst mit dem historischen Prozess der Entstehung des katholischen Bewusstseins auf dem amerikanischen Kontinent verbunden", so Pater Fidel González Fernández, Leiter der Guadalupe- Historikerkommission der Heiligsprechungskongregation. Er war einer der Teilnehmer an einem internationalen Kongress am vergangenen Freitag.

Der Priester und Historiker erklärte auch, warum der Wallfahrtsort von Guadalupe heute einer der meistbesuchten in der Welt ist.

In Verbindung mit der Vollversammlung der Päpstlichen Lateinamerikakommission hat das Päpstliche Athenaeum Regina Apostolorum dieses Symposium unter dem Titel "Guadalupe, Evangelisierung und Geschichte Amerikas" abgehalten.

Unter anderem nahmen die beiden mexikanischen Kardinäle Erzbischof Norberto Rivera Carrera von Mexiko City und Erzbischof Juan Sandoval Iñiguez von Guadalajara sowie der Vizepräsident der Kommission, Bischof Cipriano Calderón und viele andere Historiker und Theologen teil.

"Die Gottesmutter bat ausdrücklich um die Errichtung "ihres Hauses" an diesem Ort der traditionellen [vorchristlichen] Verehrung, der Menschenopfer und der Urängste, der eine Wohnstatt für alle werden sollte, ungeachtet der ethischen oder kulturellen Herkunft", erklärte der Combonianermissionar Pater Fidel Gonzáles in einem Interview mit Zenit.

"So machte Guadalupe das wahr, was nach menschlichem Ermessen unmöglich schien und nur durch die Gnade Christi geschehen konnte, nämlich die Versöhnung der Völker".

Tatsächlich bekehrten sich Tausende von Indios nach der Erscheinung von Tepeyac zum Christentum, so der Historiker.

Am vergangenen 31. Juli hat Papst Johannes Paul II. den Zeugen der Erscheinung der Heiligen Jungfrau, den Indio Juan Diego, in der Basilika von Guadalupe heilig gesprochen, und er regte an, den neuen Heiligen als "Evangelisten und Propheten" dieses Ereignisses anzurufen.