Die Nähe Gottes – eine Frage der Liebe

Benedikt XVI. am dritten Adventssonntag

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ROM, 15. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Das nahende Weihnachtsfest rufe in Erinnerung, dass die Nähe Gottes eine „Frage der Liebe ist", da die Liebe näher bringe.

Mit diesen Worten wandte sich Papst Benedikt XVI. vor dem traditionellen Angelusgebet am gestrigen dritten Adventssonntag bei regnerisch kühlem Wetter an die auf dem Petersplatz versammelten Pilger und Besucher, die den Tiber mit gefährlich angestiegenem Hochwasser erleben konnten.

Der dritte Adventssonntag – der „Gaudete-Sonntag“ – sei so genannt, insofern der Eröffnungsvers der Heiligen Messe ein Wort des heiligen Paulus aus dem Brief an die Philipper aufgreife: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!“ Der Grund für diese Freude bestehe darin, dass der Herr nahe sei, so der Papst.

Bei der Verkündigung der Wiederkunft des Herrn weise der Apostel Paulus jede Art von dadurch entstehender Unruhe und Panik zurück. Bereits die vom Heiligen Geist erleuchtete junge Kirche habe verstanden, dass die „Nähe“ Gottes keine Frage von Raum und Zeit sei, sondern eine „Frage der Liebe“, die näher bringe.

„Das kommende Weihnachtsfest ruft uns diese grundlegende Wahrheit unseres Glaubens in Erinnerung, und vor der Krippe werden wir die christliche Freude genießen können, während wir im neugeborenen Jesus das Antlitz des Gottes betrachten, der aus Liebe zu uns gekommen ist.“

Der dritte Adventssonntag ist auch der Sonntag, an dem die Kinder Roms, wie es Tradition ist, ihre Christkindfiguren zum Papst bringen, um sie von ihm segnen zu lassen. Zu diesem Anlass betete der Heilige Vater ein besonderes, von ihm verfasstes Gebet und forderte die Kinder auf, ihm dabei zu folgen.

Benedikt XVI. lud abschließend dazu ein, dass Jesus in allen Häusern Roms und der ganzen Welt voller Liebe aufgenommen werde.

Vor den Grüßen an die Gläubigen in mehreren Sprachen erinnerte der Papst daran, dass der dritte Adventssonntag im Bistum Rom als Tag für den Bau neuer Kirchen begangen werde. In den letzten Jahren seien einige neue Pfarrkomplexe verwirklicht worden, so der Bischof der Stadt. Es gebe jedoch weiterhin Pfarrgemeinden, die nur über provisorische und unangemessene Strukturen verfügten.

Der Papst dankte allen, die diesen für die Diözese so wichtigen Einsatz unterstützt haben. Erneut appellierte er an alle: „Helfen wir den Pfarreien Roms beim Bau ihrer Kirchen!“