Die Neugier trennt von Weisheit und Friede mit Gott

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 546 klicks

Die Neugier bringe Verwirrung und trenne von der Weisheit, die uns wiederum Frieden geben würde. So die Worte von Papst Franziskus in der heutigen Predigt in Santa Marta. In seinen Ausführungen ging der Pontifex zunächst von der ersten Tageslesung aus.

„Das bedeutet, mit dieser Einstellung durchs Leben zu gehen: der Geist Gottes hilft uns urteilen, Entscheidungen treffen, nach seinem Herzen. Und dieser Geist gibt uns Frieden, immer! Es ist der Geist des Friedens, der Geist der Liebe, der Geist der Brüderlichkeit. Und die Heiligkeit ist genau das. Das, was Gott von Abraham erwartet – ‚wandle in meiner Gegenwart, und sei untadelig‘ – das ist es: dieser Friede. Von dem Mann und der Frau, die so wandeln, kann man sagen, sie sind weise, denn sie bewegen sich in der Geduld Gottes.“

Der Weisheit entgegengesetzt sei die Neugierde, so der Papst weiter.

„Und wenn wir uns zum Herrn über die Projekte Gottes machen wollen, die der Zukunft, aller Dinge; alles kennen wollen, alles in die Hand nehmen… Die Pharisäer fragten Jesus: ‚Wann kommt das Reich Gottes?‘ Neugierige Leute! Sie wollten das Datum wissen, den Tag… Die Neugierde bringt uns weg von der Weisheit, weil sie sich nur für Details interessiert, die kleinen alltäglichen Nachrichten. Wie macht man das nur? Es ist das Wie: Es ist der Geist des Wie! Der Geist der Neugierde ist kein guter Geist: Es ist der Geist der Verschwendung, des Sich-Entfernens von Gott, der Geist des Zuviel-Redens.“

Jesus habe gesagt, so der Pontifex, das Reich Gottes komme nicht, indem man Aufmerksamkeit auf sich ziehe, sondern in der Weisheit. Das Reich Gottes sei bereits unter uns.

„So sagt die Heilige Teresa, dass sie sich immer vor dem Geist der Neugierde hüten musste. Wenn sie sich mit einer anderen Schwester unterhielt und diese ihr eine Geschichte erzählte, etwas von der Familie, den Leuten, änderte diese das Thema, während sie das Ende der Geschichte habe hören wollen. Aber sie spürte, dass Gott dies nicht wollte, denn sie war neugierig. Das Reich Gottes ist unter uns: sucht keine merkwürdigen Dinge, sucht keine Neuigkeiten mit dieser weltlichen Neugierde. Lassen wir zu, dass der Geist uns weiterträgt, mit dieser Weisheit, die wie ein Windhauch ist. Dies ist der Geist des Reiches Gottes, von dem Jesus spricht. Amen.“