"Die ökumenische Verbundenheit dürfen wir mit Freude und Dankbarkeit wahrnehmen"

Grußwort von Bischof Dr. Gerhard Feige bei der Inthronisation des Metropoliten Antonij

Bonn, (DBK PM) | 303 klicks

Grußwort von Bischof Dr. Gerhard Feige, Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, anlässlich der Inthronisation des neuen Metropoliten der Diözese von West- und Mitteleuropa der Bulgarischen Orthodoxen Kirche am 3. November 2013 in Berlin.

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Eminenzen, Exzellenzen,
Hochwürdige Herren,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Brüder und Schwestern in Christus!

Ich freue mich sehr, als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz an den Feierlichkeiten aus Anlass der Inthronisation des neuen Metropoliten der Diözese von West- und Mitteleuropa der Bulgarischen Orthodoxen Kirche teilzunehmen. Eminenz, sehr geehrter Metropolit Antonij, im Namen der Deutschen Bischofskonferenz und auch ganz persönlich gratuliere ich Ihnen herzlich zu Ihrem neuen Amt und wünsche Ihnen dazu Glück und Segen. Möge Gottes Geist Sie bei der Wahrnehmung Ihrer neuen Aufgaben leiten und Ihnen Tatkraft und Mut, Zuversicht und Freude schenken. Aufgrund Ihrer bisherigen Tätigkeiten bringen Sie ein reiches Maß an Erfahrungen in der Seelsorge und in der Kirchenleitung mit, um der Diözese von West- und Mitteleuropa als Metropolit vorzustehen.

Die Bulgarische Orthodoxe Kirche befindet sich in ihrem Mutterland nach schwierigen Jahren in einer Phase der Selbstfindung und der Suche nach ihrer Rolle in der Gesellschaft. Dies bleibt sicher nicht ohne Auswirkungen auf die Gemeinden in Deutschland. Darüber hinaus stehen diese nicht zuletzt aufgrund der Diaspora-Situation hier bei uns vor eigenen Herausforderungen. Mit diesen sind Sie, verehrter Metropolit Antonij, aufgrund Ihrer Zeit als Vikarbischof in Berlin ja bereits bestens vertraut.

Die Kontakte zwischen unseren beiden Kirchen bestehen in Deutschland vor allem über die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland, zu der wir gute ökumenische Beziehungen haben. Die Kommission unserer beiden Bischofskonferenzen, die unter dem gemeinsamen Vorsitz meines hochgeschätzten Bruders Metropolit Augoustinos und mir arbeitet, bietet ein Forum für einen kontinuierlichen Austausch über Entwicklungen in unseren Kirchen und über Fragen, die uns miteinander bewegen. Auf diese Weise trägt die Arbeit in der Kommission dazu bei, dass wechselseitiges Vertrauen und Verständnis füreinander wachsen können. Seit einigen Jahren verfolgt die Gemeinsame Kommission das Projekt, Texte über das Kirchenjahr in der Tradition des Ostens und des Westens zu erstellen, um den Gläubigen einen Zugang zur Liturgie und Tradition der je anderen Kirche zu erschließen und so Brücken zueinander zu bauen. Die ökumenische Verbundenheit, die auf der Ebene der Bischofskonferenzen besteht, dürfen wir mit Freude und Dankbarkeit wahrnehmen. Möge sie auch auf die bilateralen Beziehungen zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und der Bulgarischen Orthodoxen Diözese von West- und Mitteleuropa ausstrahlen und reiche Frucht tragen.

Eminenz, Metropolit Antonij, nochmals darf ich Ihnen meine Gratulation aussprechen. Seien Sie gewiss, dass ich Sie in Ihrem neuen Amt mit meinem Gebet begleiten werde. Ihnen und Ihrer Kirche wünsche ich für die Zukunft alles Gute und Gottes reichen Segen.