Die Passion Christi und die Sanftheit Marias helfen, den Feind zu lieben

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 309 klicks

Um das Evangelium zu leben, müsse der Christ auf die Passion Christi und die Sanftheit Marias schauen. So die Worte von Papst Franziskus in der heutigen Predigt in Santa Marta.

Das Evangelium erwarte viel von einem Christen: die Fähigkeit zu verzeihen, Großmut, Liebe für die Feinde. Es gebe nur einen Weg, dies in die Tat umzusetzen: Die Passion Christi erfassen und das Verhalten seiner Mutter Maria imitieren. Der Pontifex richtete seinen ersten Gedankengang der heutigen Predigt an die Madonna, deren Namenstag (Maria Namen) heute ist.

„In unserer Zeit brauchen wir die Sanftheit der Madonna, um das zu verstehen, was Jesus uns sagt. Denn das ist keine Liste, die einfach zu leben ist. Liebt eure Feinde, tut Gutes, gebt ohne zu hoffen… Halte demjenigen, der dir auf die Wange schlägt, die andere hin, demjenigen der dir den Mantel zerreißt, gebe auch die Tunika… All das, auf bestimmte Art und Weise, ist von der Madonna durchlebt worden: Das ist die Gnade der Fügsamkeit und Milde.“

Auch Paulus lade die Christen in der heutigen Lesung (Kol 3,12-17) ein, sich mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde und Geduld zu kleiden, in gegenseitigem Verzeihen. Die Frage sei, so der Pontifex, wie einem dies gelingen könne. Die Antwort sei klar. Allein mit unserer Kraft könnten wir dies nicht schaffen, nur die Gnade könne dies für uns tun. Und diese Gnade gehe einen präzisen Weg.

„Allein an Jesus denken. Wenn unser Herz, unsere Gedanken mit Jesus sind, dem Triumphator, der den Tod besiegt hat, die Sünde, den Dämon, alles überwunden hat, dann können wir es schaffen, das was er von uns erwartet und was auch der Apostel Paulus von uns erwartet: Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde und Geduld. Wenn wir nicht auf Jesus schauen, wenn wir nicht mit Jesus sind, können wir das nicht schaffen. Es ist eine Gnade: Es ist die Gnade, die mit der Kontemplation Jesu kommt.“

Wichtig sei, dabei an die Passion Jesu Christi zu denken. Papst Franziskus legte auf diesen Aspekt besonderen Wert, denn so könne der Christ dieses Verhalten fortführen, diese Tugenden, die der Herr von uns erwarte. Es gebe keinen anderen Weg.

„An seine milde Stille zu denken: das wird deine Anstrengung sein. Er erledigt den Rest. Er erledigt all das, was fehlt. Aber das musst du machen, es gibt keinen anderen Weg. … Um Zeugnis geben zu können, um verzeihen zu können, um nicht den Nächsten zu hassen, um nicht schlecht über den Nächsten zu reden, denke an den leidenden Christus. Das ist der Rat des Apostels Paulus, um bescheiden, mild und gut, großmütig und zärtlich zu werden.“