Die Patronin Amerikas ist Vorbild für alle Medienschaffenden

Unsere Liebe Frau von Guadalupe: Erscheinungsweise perfekt auf Adressaten abgestimmt

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ROM, 13. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Die Patronin Amerikas, Unsere Liebe Frau von Guadalupe, sei auf Grund ihrer Erscheinungsweise – der gelungenen Beziehung von Botschaft und „Layout“ – in „perfekter Inkulturation“ ein Vorbild für alle Medienschaffenden, erklärte Erzbischof Claudio Maria Celli in einer Videobotschaft zum Festtag der Gottesmutter am 12. Dezember.

Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel würdigte die Erscheinungsweise der Muttergottes, die als Mestizin einem Indio entgegengetreten war, als Beispiel für die Fähigkeit, sich in die Mentalität der Adressaten hineinzuversetzen, was von Medienschaffenden eine gewisse Anpassungsbereitschaft erfordere.

Das Gnadenbild Unserer Lieben Frau von Guadalupe entspricht einem indianischen Kodex, das heißt, es besteht aus Zeichen: Maria steht in der Mitte des Mondes, also in Mexiko. Sie verdeckt die Sonne und damit die althergebrachte Religion der Azteken. Durch ihre Haltung drückt sie aus, dass sie nicht selbst Göttin ist, sondern Anbetende. Das schwarze Band um ihre Hüften bedeutet für die Indios, dass sie schwanger ist. Über ihrem Bauch sieht man eine kleine vierblättrige Blume, das Zeichen der Azteken für Göttlichkeit. Maria ist also schwanger mit Gott.

Der Engel unterhalb des Mondes bedeutet zweierlei: Im europäischen Verständnis ist er ein Bote Gottes, im indianischen ein „Adler-Krieger“, einer der bedeutendsten Kämpfer der Azteken. „Seien wir gelehrsam, wie Maria von Guadalupe es war, die von Johannes Paul II. als Vorbild einer perfekt inkulturierten Evangelisation bezeichnet wurde.“

In seiner Videobotschaft sprach Erzbischof Claudio Maria Celli über die Wirkungsgeschichte ihrer Botschaft, die nicht nur aus ihren Worten, sondern besonders durch die Sprache des Bildes, der Symbolik hervorsticht: „Hier liegt eine liebevolle Kommunikation vor, die voller Annahme für die Welt des anderen ist. Und gleichzeitig gibt es hier ein dynamisches Element, das den Gesprächspartner für immer verändert.“

Die V. Vollversammlung der Bischöfe aus Lateinamerika und der Karibik im brasilianischen Aparecida habe ihre Aufmerksamkeit auf die persönliche Begegnung mit Jesus Christus gelegt, die Erfahrung einer tiefen Freundschaft mit ihm, um Jünger und Missionare Jesu Christi zu sein. „Diese Einladung ist für alle Medienschaffenden und ‚Netzwerkbetreiber‘ ein besonderer Appell, um das Antlitz Christi in alltäglichen Begebenheiten und in der Gesellschaft aufleuchten zu lassen.“

Dazu gehöre das Bemühen, wie Menschen heute Begegnung mit Jesus Christus in den publizierten Inhalten vermittelt werden könnte, erklärt der italienische Würdenträger. Würde eine solche Begegnung vermittelt, werde auch die Anstrengung mit Früchten gesegnet sein, unterstrich er.

Die Hirten auf dem freien Felde empfingen die Heilsbotschaft durch die Engel, die dazu beauftragt waren, „das größte Ereignis der Geschichte zu verkünden“, erklärte Erzbischof Claudio Maria Celli. So wie diese Engel sollten besonders die Medienschaffenden sein.

[Von Miriam Díez i Bosch; Übersetzung aus dem Spanischen von Angela Reddemann]