Die Präsenz Gottes in der Messe

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 371 klicks

In der heutigen Predigt während der Messe in Santa Marta lud Papst Franziskus die Gläubigen dazu ein, den wahren Sinn des Mysteriums der realen Anwesenheit Gottes während der Messe wiederzuentdecken. Der Pontifex bezog sich auf die Worte der ersten Lesung des heutigen Tages (1 Kön 8,1-7.9-13). Er sagte, das Feiern der Liturgie sei weder ein sozialer Akt, noch eine Zusammenkunft von Gläubigen, die gemeinsam beten wollen, sondern in der Liturgie sei Gott real präsent.

„Wenn wir die Messe feiern, machen wir keine Repräsentation des letzten Abendmahls: Nein, es handelt sich nicht um eine Darstellung. Es ist etwas anderes: Es ist wirklich das letzte Abendmahl. Es ist tatsächlich das erneute Erleben der Passion und des erlösenden Todes des Herrn. Es handelt sich um eine Theophanie: Der Herr ist auf dem Altar anwesend, um dem Vater dargeboten zu werden und damit die Welt zu retten. Wir hören oder sagen: ‚Ich habe jetzt keine Zeit, ich muss zur Messe gehen, ich muss los und die Messe hören‘. Man hört die Messe nicht, man nimmt an ihr teil, und man nimmt an dieser Theophanie teil, an dem Mysterium der Präsenz des Herrn unter uns“.

Papst Franziskus erklärte, dass beispielsweise die Weihnachstkrippe oder die Kreuzwegandacht Repräsentationen seien, die Messe hingegen sei eine Theophanie: Gott nähere sich uns. Zu oft schaue man in der Messe auf die Uhr und zähle die Minuten, so der Papst weiter. Dies sei nicht das Verhalten, das die Liturgie von uns erwarte. Die Liturgie sei die Zeit Gottes, der Raum Gottes, und die Gläubigen müssten sich dort hinein begeben. Er sagte zu den Anwesenden:

„Liturgie bedeutet, in das Mysterium Gottes einzutreten, sich zum Mysterium bringen zu lassen und im Mysterium zu verweilen. Zum Beispiel bin ich mir sicher, dass ihr alle gekommen seid, um in das Mysterium einzutreten; aber vielleicht sagt sich jemand ja auch: ‚Ach, ich muss zur Messe in Santa Marta gehen, denn zur touristischen Besichtigung von Rom gehört der Besuch des Papstes in Santa Marta dazu, jeden Morgen: Das hier ist ein touristischer Ort, oder nicht?‘. Ihr kommt alle hierher, wir alle kommen zusammen, um in ein Mysterium einzutauchen: Das ist die Liturgie. Es ist die Zeit Gottes, der Raum Gottes, die Wolke Gotte, die uns alle umgibt.“

Abschließend sagte Papst Franziskus, man solle die Bereitschaft haben, in das Mysterium Gottes einzutauchen und sich diesem anzuvertrauen.

„Es wird uns heute gut tun, den Herrn darum zu bitten, dass er uns allen diesen ‚Sinn für das Heilige‘ geben möge, den Sinn, der uns verstehen lässt, was es bedeutet, zu Hause zu beten, in der Kirche zu beten, den Rosenkranz zu beten, viele schöne Gebete zu beten, den Kreuzweg zu gehen, die Bibel zu lesen; alles schöne Dinge… und etwas Anderes ist die eucharistische Feier. Während der Feier betreten wir das Mysterium Gottes, diesen Weg, den wir nicht kontrollieren können: Nur er ist der Einzige, er ist die Herrlichkeit, er ist die Macht, er ist alles. Bitten wir um diese Gnade: Möge uns der Herr lehren, in das Mysterium Gottes einzutreten.“