Die Sanitätsgarde des Papstes

Wallfahrt der Malteser mit großem Fest abgeschlossen

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Von Jan Bentz

ROM, 5. Oktober 2012 (ZENIT.org). – Mit einem großen Fest für die Teilnehmer ging am gestrigen Abend die 10. Romwallfahrt des souveränen Malteserordens im Pilgerzentrum „Domus Fraterna“ in Rom zu Ende. Die Malteser hatten sich mit 1100 Teilnehmern, davon 300 geistig und körperlich Behinderte, in 29 Bussen aus 26 deutschsprachigen Diözesen in die Ewige Stadt zur nunmehr bereits traditionellen Wallfahrt aufgemacht. Die besondere Verbundenheit mit dem Nachfolger Petri und der Weltkirche soll so zum Ausdruck kommen und gefestigt werden.

Papst Benedikt XVI. hatte sich im Rahmen der Generalaudienz bei dem Orden ausdrücklich für dessen Einsatz für Behinderte bedankt (ZENIT berichtete). Auf dem Programm des sechstägigen Aufenthaltes in Rom standen, neben der Generalaudienz mit Papst Benedikt und Eucharistiefeiern in mehreren Hauptbasiliken, Stadtrundfahrten und Besichtigungen (Villa Malta), aber auch Ausflüge ins Umland. Jeder der 29 Busse war mit Ärzten, Rettungssanitätern, Krankenpflegern, Seelsorgern und freiwilligen Helfern besetzt. Der älteste Teilnehmer war 96 Jahre, der jüngste ein Jahr alt.

ZENIT sprach mit Edmund Baur, dem Vize-Präsidenten des Malteser Hilfsdienstes, über den Malteserorden und diese besondere Pilgerreise.

ZENIT: Können Sie sich unseren Lesern kurz vorstellen?

Edmund Baur: Ich bin seit vielen Jahrzehnten Malteser und seit einigen Jahren ist es mir wieder möglich, auch als Helfer an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen. Bei den Maltesern ist man, weil man helfen will. Später versteht man dann, dass zum Helfen auch der Glaube gehört. Seit 52 Jahren bin ich ehrenamtlich im Dienst.

ZENIT: Ehrenamtliche Tätigkeit ist zentral für die Malteser?

Baur: Ja, das Ehrenamt ist wesentlich, wir werden sehr von der Ehrenamtlichkeit geprägt. Der größte Unterschied vom Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen ist, dass ein ehrenamtlicher Mitarbeiter, der seine Zeit „am Ort“ einsetzt, ganz anders in Entscheidungsprozesse mit eingebunden wird als ein Hauptamtlicher. Mancher arbeitet hauptamtlich, übernimmt aber auch Arbeiten, die ehrenamtlich sind.

ZENIT: Es waren Gruppen aus ganz Deutschland, den einzelnen Diözesen und auch aus Österreich und der Schweiz anwesend?

Baur: Ja, das ist richtig. Wir möchten diese Pilgerfahrt mindestens alle drei Jahre veranstalten. Die erste Fahrt dieser Art fand im Jahre 1982 statt. Manchmal ist aber der Zeitraum zwischen den Fahrten auch länger oder kürzer. Letztes Jahr beispielsweise, als der Papst nach Deutschland kam, mussten wir natürlich nicht zu ihm nach Rom kommen. Wir planen aber, noch oft nach Rom zu kommen.

ZENIT: Steht diese Wallfahrt auch im Zeichen einer besonderen Verbundenheit mit dem Heiligen Vater? Sie haben an der Generalaudienz am Mittwoch teilgenommen, einige ihrer Vertreter sogar in der „prima fila“ („ersten Reihe“).

Baur: Vor dem Pontifikat von Benedikt XVI. waren wir eher weniger in Rom vertreten. Durch die verschiedenen besonderen Anlässe wie dem Heiligen Jahr, dem Weltjugendtag oder dem Papstbesuch in Bayern haben wir nun eine tiefe Verbundenheit mit dem Papst aufgebaut und er auch mit uns. Wir verstehen uns neben der Schweizergarde als die „Sanitätsgarde“ des Papstes. Wir möchten, dass er einfach sagen kann: „Ach, das sind wieder meine Malteser!“ In dieser Zeit kann man nichts anderes als glühender Verehrer von Papst Benedikt XVI. sein.

ZENIT: Haben Sie das Ziel der Pilgerreise erreicht?

Baur: Das Ziel war es dieses Mal auch, die vielen neuen Helfer einzuarbeiten. Diese haben viel dazu gelernt und konnten sich bei dieser Fahrt gut mit ihren Aufgaben vertraut machen. Jeder Katholik muss einmal in Rom gewesen sein und die Luft der Weltkirche atmen. Gerade in Deutschland gibt es die Gefahr, nur seinen eigenen „Zipfel“ der Kirche zu sehen. Hier in Rom meinten wir, mit unseren 1100 Teilnehmern im Mittelpunkt zu stehen. Weit gefehlt! Auch wir sind nur ein kleiner Teil der großen Weltkirche.