Die Säuberung der Vatikanbank schreitet voran

Gelder von Msgr. Scarano eingefroren

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 419 klicks

Gegen Msgr. Scarano, der zur Zeit von allen Ämtern enthoben ist, wurde zusammen mit Ex-Agent Giovanni Maria Zito und dem Broker Giovanni Carenzio bezüglich einiger finanzieller Operationen und wegen des Versuchs, 20 Millionen Euro — die einer befreundeten neapolitanischen Familie gehörten — in seinem Privatflugzeug in die Schweiz zu bringen, ermittelt.

Die auf den am 28. Juni wegen Betrugs, Korruption und Verleumdung verhafteten Ex-Verantwortlichen des Rechnungswesens der A.P.S.A. (Administration des päpstlichen Vermögens), Msgr. Nunzio Scarano, überschriebenen Gelder wurden eingefroren. Das Gerichtsurteil wurde am 9. Juli rechtskräftig.

Am vergangen Mittwoch, dem 10. Juli, hieß Papst Franziskus im Gästehaus Santa Marta die Teilnehmer der von ihm im Juni zusammengestellten Kommission zur Bearbeitung der Angelegenheiten der IOR willkommen. Die Referenten der Kommission sind ihr Präsident, Kardinal Raffaele Farina, ihr Koordinator, Msgr. Juan Ignacio Arrieta Ochoa de Chinchetru, ihr Sekretär, Msgr. Peter Bryan Wells, und Kardinal Jean-Louis Pierre Tauran, sowie die Professorin Mary Ann Glendon. Wie der Osservatore Romano berichtet, nahmen an dem Treffen ebenfalls der Präsident des Instituts für religiöse Werke, Rechtsanwalt Ernst von Freyberg, und der Prälat Msgr. Battista Ricca teil. Während des Gesprächs erschien Papst Franziskus, um die Mitglieder der Kommission in ihrer Arbeit zu bestärken.

Der Direktor der Pressestelle des Vatikans, Pater Federico Lombardi, teilte am vergangenen Freitag, dem 12. Juli, mit, die IOR habe die Promotory Financial Group mit einer Untersuchung der Situation betraut. Die Gruppe arbeitet eng mit der zuständigen Abteilung für Finanzoperationen des Vatikans, AIF, so wie rechtlichen Autoritäten zusammen. Zurzeit seien Untersuchungen gegen Geldwäsche im Gange, so wie die Einrichtung von Vorkehrungen, die die aktuellen Strukturen verbessern sollen. Die im Mai 2013 begonnenen Arbeiten sollten voraussichtlich Ende 2013 abgeschlossen sein. Die bisher vollzogenen Schritte stellten lediglich den Anfang dar und würden weitere Konsequenzen nach sich ziehen.

Der von Papst Franziskus einberufenen Vatikanbank-Präsident Ernst von Freyberg ließ erst kürzlich verlauten, die IOR verfolge eine klare Linie ohne Toleranz gegenüber illegalen Aktivitäten, egal um welche Person es sich handle. Es ist nicht bekannt, ob sich die Worte des Deutschen auch auf den Rücktritt des Generaldirektors Paolo Cipriani und seines Vize Massimo Tulli am 2. Juli beziehen. Diesbezüglich äußerte sich lediglich Kardinal Angelo Bagnasco, Präsident der CEI, der den Rücktritt als einen Verdienst von Papst Franziskus bezeichnete. Der Papst habe mehrmals angekündigt, dass er die IOR einer gründlichen Revision und Reform unterzeihen werde. Es scheint, als sei der Rücktritt nicht allein den Reformen geschuldet, sondern auf den Willen des Papstes hin geschehen.

Zwischen Skandalen, Verhaftungen und Rücktritten scheint sich etwas in der Vatikanbank zu bewegen. Die von Benedikt XVI. begonnenen Arbeiten werden nun unter Papst Franziskus vollendet, so scheint es.