Die schlichte Kommunikation von Papst Franziskus

Das europäische Institut "Drittes Jahrtausend" verleiht "Preis für schlichte Kommunikation" an den Bischof von Rom

Rom, (ZENIT.org) Antonio Gaspari | 502 klicks

Es war Pater Federico Lombardi, der vorgestern, am 28.Oktober, den Preis für „Schlichte Kommunikation“ entgegennahm, den das Europäische Institut Drittes Jahrtausend Papst Franziskus verliehen hat.

Der Direktor des Instituts erklärte in seiner Eröffnungsrede, dass das Ziel der Stiftung bereits seit ihrer Gründung vor zehn Jahren darin bestehe, die schlichte Kommunikation zu lehren und zu prämieren, was weder „leicht“  noch „vereinfachend“ bedeute.

Er unterstrich: „Schlichte Kommunikation bedeutet, in wesentlicher Form, klar, verwendbar, direkt zu kommunizieren. Und wer wenn nicht Papst Franziskus hat die Effizienz der schlichten Kommunikation gezeigt? Hieraus ergab sich die Idee, ihm diesen Preis zu verleihen.“

Mario Russo, Professor an der Päpstlichen Universität Santa Croce erklärte, dass zu den verschiedenen Aspekten der Kommunikation drei die wichtigsten seien: die verbalen, die paraverbalen und die nonverbalen Aspekte.

Nach einer Untersuchung von Albert Mehrabian („Non-verbal communication“) seien die Prozentzahlen der Kommunikation wie folgt verteilt: Verbal 7 Prozent, Paraverbal 35 Prozent und Nonverbal 58 Prozent. Wenn man an den medienwirksamen Einfluss der letzten drei Päpste, Johannes Paul II, Benedikt XVI. und Franziskus denke, präzisierte Professor Russo, könne man deutlich merken, wie sich die Wirkung verändert habe, gemessen an der stärkeren oder schwächeren Gewichtung eines dieser Faktoren.

Er fügte hinzu, dass es sich hierbei nicht nur um eine technische Frage handle.Eine effiziente, durchgreifende, einfache Kommunikation sei gut, erreiche aber die Herzen der Menschen nur, wenn sie überdies wahr sei.

In diesem Sinne, sagte Marco de Amicis, Sprecher der „Autorität des Rechts auf Kindheit und Jugend“, sei die Kommunikation von Papst Franziskus außergewöhnlich. Er erzählte, dass er wegen seiner drei kleinen Kinder nie dazu komme, die Nachrichten zu schauen. Die einzige Ausnahme, die seine Kinder akzeptieren würden, sei, wenn es sich um Papst Franziskus handle. Wenn er im Fernsehen zu sehen sei, könne man auch die Nachrichten sehen.

Federico Lombardi sagte, der Pontifex lehre alle eine fortgeschrittene Form der Kommunikation. Er sagte. „Papst Franziskus gibt mit seinem Leben ein Beispiel;seine Art, sich zu geben und zu sprechen, ein Hirte mit großer Erfahrung, der mit dem gesamten Volk kommuniziert.“ Der Direktor der Pressestelle im Vatikan erklärte, dass der Papst spontan sei, auf keinen Fall künstlich oder konstruiert. Er spreche auf einfache Art, mit einem kurzen Inhalt und mit einer alltäglichen und konkreten Sprache. Er kommuniziere auf grundlegende Art und konzentriereseine Lehrinhalte auf drei Worte, drei Punkte. In seiner ersten Messe habe der Pontifex drei fundamentale Dinge für das Leben eines Christen genannt: „gehen, bauen und beichten“. Zu den Familien auf dem Petersplatz habe er hingegen gesagt: „beten, den Glauben bauen und mit Freude leben“.

Lombardi fügte hinzu, Franziskus fürchte nicht, Botschaften und Worte zu wiederholen, denn er wisse, dass dies die Aufmerksamkeit erhöhe und die Erinnerung wach halte. Überdies sei er „ein Jesuit, und in den Geistlichen Exerzitien pflegte der heilige Ignatius, Meditationen und eine Betrachtungmehrmals zu wiederholen“. Der Papst sei sich bewusst: Um bestimmte Konzepte und Lehrinhalte in den Geist und das Herz zu verankern, müsse man diese oft wiederholen. Und Bergoglio sei in außergewöhnlicher Form in der Lage, die wichtigsten und existenziellsten Dinge zu sagen.

„Insbesondere konzentriert er sich auf die Liebe Gottes für alle Menschen, die Barmherzigkeit, die positive Verkündung der Liebe als Herz der Mission der Kirche“, so Pater Lombardi. Die Übereinstimmung zwischen Botschaft und Handeln sei bei dem argentinischen Pontifex beeindruckend. „Seine Kommunikation ist einfach und einnehmend für alle Zuhörer. Er spricht von Herzen.“