Die schöne Seite der Politik

Italienischer Bürgermeister Teilnehmer am Pro-Life-Marsch von Paris

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Von Elisabetta Pittino

ROM, Montag, 30.Januar (ZENIT.org). - „Welcher von den Kandidaten wird mich am Leben lassen?“ ist der Schrei des Babys im Mutterleib beim 8. Pro-Life-Marsch in Paris wenige Monate vor den Präsidentschafts- und Legislaturwahlen in Frankreich.

Wie immer war auch eine ansehnliche Delegation der italienischen Pro-Life-Bewegung dabei: 25 vorwiegend junge Menschen. Unter ihnen Luciano Trapletti, Bürgermeister von Berzo S. Fermo (BG), Jahrgang 1973 und seit zwanzig Jahren Streiter für das Leben.

ZENIT sprach mit ihm, um die andere Seite der Politik zu entdecken.

ZENIT: Bürgermeisterschärpe in den drei Nationalfarben, Rucksack und Tennisschuhe, hier in Paris für das Leben: warum?

Trapletti: Nun, ich glaube felsenfest an den grundlegenden Wert des Lebens. Wenn wir das Leben, vor allem das ungeschützte Leben, nicht an erste Stelle setzen, werden wir bald wenig über Wirtschaft und andere Dinge, die im Grunde unwesentlich sind, nachzudenken haben, meine ich.

ZENIT: Ein sehr schöner Gedanke, den heutzutage nicht alle teilen…

Trapletti: Ja, das stimmt… schön! Ich selbst habe eine Familientragödie miterlebt, und das ist der Grund meiner Begeisterung für das Leben und der Bedeutung, die ich ihm beimesse. Wenn wir nicht den Menschen, den wir vor uns haben, vor allem den wehrlosesten, als Grundlage nehmen, ist klar, dass wir nicht weiter im großen Stil denken können, denn alles beginnt im Kleinen.

ZENIT: Endlich eine saubere, echte Politik…

Trapletti: Es wäre schön, das sagen und vor allem sehen zu können. Leider, ich sage das oft zu meinen Bürgern, geht das Beispiel unserer Vorgesetzten und Politiker nicht immer in diese Richtung. Dagegen begeistert mich diese Veranstaltung, besonders wegen der vielen jungen Menschen, die ich sehe…, damit ein Schritt zurück gemacht werden kann und unsere Regierungen begreifen, dass die grundlegenden Prioritäten vielleicht neu gesetzt werden müssen: Es gibt nicht nur Ökonomie, Geld und Wohlstand, sondern auch anderes.

ZENIT: Wie Sie sagten, Wirtschaft und alles andere beginnt mit der Achtung vor dem ungeborenen Kind. Was sagen Sie zu diesem Marsch: Haben Sie so etwas erwartet?

Trapletti: Ich bin zum ersten Mal dabei, habe aber in den vergangenen Jahren ein wenig die Vorgänge mitverfolgt durch Berichte von Freunden, die teilgenommen hatten. Sie sind zum 5. Mal dabei, und daher wusste ich einiges. Alles selbst zu erleben, mit meinen jungen Freunden und anderen Leuten, war natürlich ganz etwas anderes. Es ist schön, dieselben Ansichten zu teilen und zu wissen, dass andere genauso wie du dafür kämpfen, dass nicht nur die Rechte der Tiere geschützt werden, auch wenn sie noch so gerecht und zwingend sind, gegen die Vivisektion etc., sondern dass es vielleicht wichtiger ist, vor allem etwas für den Menschen zu tun.

ZENIT: In Frankreich kümmert man sich sehr um die Natur, aber wenig um den menschlichen Embryo.

Trapletti: Das ist eine andere Sache. Man muss fähig sein, abzuwägen und den Dingen das rechte Maß zu geben, vor allem aber, Prioritäten zu setzen. Für den gläubigen Menschen sollte gewiss an erster Stelle das Leben stehen, ein wunderbares Geschenk, das Gott uns gegeben hat. Aber auch für den Nichtgläubigen bleibt die Tatsache bestehen, dass das Leben ein wunderbares Geschenk ist und vor allem eine Ressource und ein Wert, der sicher nicht erstickt werden darf, sondern gefördert und unterstützt werden muss.

ZENIT: Sie glauben also, dass die Pro-Life-Märsche heute eine notwendige und positive Sache sind?

Trapletti: Ja, unbedingt. Man demonstriert heute für jeden gerechten und annehmbaren Grund, ein Grund mehr, für das Leben zu marschieren, das die Grundlage aller Dinge ist.

[Übersetzung des italienischen Originals von Alexander Wagensommer]