Die schwarze Pro-Life-Bewegung erhebt sich

Gründer spricht über Leadership, Genozid und die Zukunft im Kampf für das Leben

Washington, (ZENIT.org) Kathleen Naab | 1018 klicks

Tausende von Pro-Life Anhängern werden sich sich diesen Samstag in San Francisco versammeln, um an dem „Marsch für das Leben“ an der Westküste der USA teilzunehmen. Unter den Teilnehmern ist auch Rev. Clenard Childress, Gründer und Leiter von „Black Genocide“ („Schwarzer Genozid“), einer Webseite, die für die Aufklärung über Abtreibung in der afrikanisch-stämmigen Bevölkerung Amerikas eingerichtet wurde.

ZENIT hat ein Gespräch mit Rev. Childress geführt und befragte ihn zu seiner Meinung über die Prof-Life-Bewegung in den USA in den vergangenen vierzig Jahren seit „Roe vs. Wade“.

ZENIT: Sie erklären, dass Abtreibung besonders für die schwarze Bevölkerung Amerikas desaströs ist. Warum?

Childress: Afrikanisch-stämmige Amerikaner bilden 12,4 Prozent der Bevölkerung, aber 37 Prozent aller Abtreibungen. 52 Prozent aller Schwangerschaften schwarzer Amerikaner enden mit einer Abtreibung. 1.786 afrikanisch-amerikanische Babys werden täglich durch die Abtreibungsindustrie getötet. (Quelle: Allen Gutmacher Institute).

ZENIT: Wir haben gerade den Martin-Luther-King-Tag in den USA gefeiert, einen Tag vor dem Jahrestag des „Roe vs. Wade“- Urteils. Was hätte ihrer Meinung nach Martin Luther King zu diesem Phänomen gesagt?

Childress: Martin Luther King wäre wütend über die Dezimierung der afrikanisch- amerikanischen Gesellschaft durch Abtreibung; noch schlimmer fände er es, das Ganze ein „Zivilrecht“ zu nennen.

ZENIT: Was ist die Zukunft der Pro-Life-Bewegung in der schwarzen Bevölkerung?

Childress: Die schwarze Pro-Life-Gruppe, obwohl sie schrecklich unterfinanziert und angeschlagen ist, macht sich immer mehr bemerkbar mit einer Botschaft, die viel verbreiteter ist als jemals zuvor. Der Begriff „schwarzer Genozid“ ist zu hören, die Auswirkungen der Dezimierung werden bekannter. Trotzdem liegt noch ein langer Weg vor uns.

ZENIT: Was müssen wir tun, damit der „schwarze Genozid“, wie Sie ihn nennen, gestoppt wird?

Childress: Es muss einen Wachpostenwechel geben! Der Verrat der afrikanisch- amerikanischen Führungspersönlichkeiten zugunsten ihrer eigenen politischen Macht und persönlichem Gewinn muss offen gelegt werden. „Der Schwarze kann nicht gewinnen, wenn er die Zukunft seiner Kinder für den unmittelbaren Komfort und Sicherheit opfert“ verkündete Martin Luther King.

ZENIT: Könnten Sie kommentieren, dass Obama, der erste schwarze Präsident, auch der Präsident ist, der die Abtreibung am meisten befürwortet?

Childress: Die derzeitig erfolgreichste Abtreibungsfirma in den USA ist „Planned Parenthood“. Ihre Gründerin, Margaret Sanger, war eine hingebungsvolle Rassistin. Ihre Strategie war, die „schwarzen Minister“ zu nutzen, um das Gesicht ihrer Eugenik-Bewegung gegen Farbige zu maskieren. Barack Obama war bisher ein starker Befürworter von „Planned Parenthood“ und des Genozids an Schwarzen. Obamas Entscheidungen gegen die Ungeborenen brachten ihm eine Bewertung von 100 Prozent von „Planned Parenthood“ ein. Präsident Obama votierte sogar gegen den „Born Alive Victims Act“ („Lebendig geborene Opfer-Entscheidung“), was eine Gesetzgebung war, die Kinder schützen sollte, die eine Spätabtreibung überlebten. Sie werden normalerweise umgebracht.

ZENIT: Katholiken und andere Christen feiern diese Woche die „Woche für die Einheit der Christen“. Vereint ihrer Erfahrung nach der Kampf für das Leben Menschen verschiedenen Glaubensrichtungen?

Childress: Präsident Obama hat tatsächlich mehr dazu beigetragen, die Kirche zu vereinen, als jeder andere Präsident. Die Christen beginnen angesichts des erst sublimen und nun mehr und mehr ungenierten Angriffs auf ihre Zivilrechte und Glaubensüberzeugungen aufzuwachen. Die Kirche wird von dem anti-religiösen Klima herausgefordert, das von der derzeitigen Regierung entfacht wird. Dies hat zu denominationsübergreifenden Demonstrationen in ganz Amerika geführt. Dieser Trend wird bestimmt noch zunehmen, und die Kirche wird stärker werden.