Die seligen Joseph Pawlowski und Casimir Grelewski

Zwei Märtyrer aus Dachau 1942

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 998 klicks

Joseph Pawlowski und Casimir Grelewski zählen zu den 108 Märtyrern, die der selige Johannes Paul II. am 13. Juni 1999 während seiner Apostolischen Reise nach Polen selig sprach: „Wenn wir uns heute über die Seligsprechung der 108 Märtyrer, Kleriker und Laien, freuen, tun wir es vor allem, weil sie das Zeugnis des Sieges Christi sind, die Gabe, welche die Hoffnung wiederherstellt.“

Joseph (Józef) Pawlowski wurde 1890 in Proszowice in Polen geboren. Er war als Priester und Rektor des Seminars in der Diözese von Kielce tätig. Im Februar 1941 wurde Joseph Pawlowski von der Gestapo verhaftet.

Casimir (Kazimierz) Grelewski, Jahrgang 1907, stammte aus Dwikozy und arbeitete als Pfarrer in der Diözese Radom. Seine Verhaftung durch die Gestapo erfolgte im Januar 1941.

„Die 108 polnischen Märtyrer waren Opfer der Verfolgung der Kirche in Polen in den Jahren 1939–1945 von Seiten der Nazis. Die große Zahl dieser Märtyrer besteht im Wesentlichen aus vier Gruppen, unterschieden durch ihren Lebensstand: Bischöfe, Diözesanklerus, Ordensleute und Laien. Von ihnen waren 3 Bischöfe, 52 Priester und 3 Seminaristen aus 18 Diözesen und dem Militär-Ordinariat, 26 Priester, 7 Profess-Brüder und 8 Schwestern aus 22 Ordengemeinschaften, sowie 9 Laien.“, wie Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch zu seinem Buch „Die Seligen Johannes Pauls II.“* ausführt. 

In seiner Predigt unterstrich der selige Johannes Paul II. die besondere Bedeutung des Märtyrertodes der 108 Seligen, die ihr Leben für ihren Glauben ließen: „Gerade heute feiern wir den Sieg derer, die in unserem Jahrhundert für Christus das Leben, das irdische Leben, gegeben haben, um es in Ewigkeit in seiner Herrlichkeit zu besitzen. Es ist ein besonderer Sieg, denn er wird geteilt von Vertretern des Klerus und der Laien, jungen und alten Leuten, Menschen unterschiedlicher Schichten und Stände. ... Da sind Diözesan- und Ordenspriester, die starben, weil sie ihren Dienst nicht aufgeben wollten, und die, welche im Dienst an ihren typhuskranken Mitgefangenen starben; da sind wegen Verteidigung von Juden zu Tode Gefolterte. In der Gruppe der Seligen gibt es Ordensbrüder und Schwestern, die im Dienst der Liebe und dem Aufopfern ihrer Qualen für den Nächsten ausgeharrt haben. Unter diesen seligen Märtyrern sind auch Laien. Da sind fünf Jugendliche, die im Oratorium der Salesianer ausgebildet wurden; da ist ein eifriger Aktivist der Katholischen Aktion; da sind ein Laienkatechet, der seines Dienstes wegen zu Tode gefoltert wurde, und eine heroische Frau, die freiwillig ihr Leben hingab im Tausch für das ihrer Schwiegertochter, die ein Kind erwartete. Diese seligen Märtyrer werden heute in die Geschichte der Heiligkeit des Volkes Gottes geschrieben, das seit mehr als tausend Jahren auf polnischer Erde pilgert.“

*RESCH, Andreas: Die Seligen Johannes Pauls II. 1996–2000. Innsbruck: Resch, 2010 (Selige und Heilige Johannes Pauls II.; 4). XIII, 376 S., 86 Farbtaf., ISBN 978-3-85382-088-9, Ln, EUR 39.90