Die sieben großen Themen in der ersten Woche der Bischofssynode in Rom

Damit die Eucharistie Quelle und Höhepunkt des Lebens sein kann

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WIEN, 11. Oktober 2005 (ZENIT.org).- Während der ersten Woche der elften ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode in Rom sprachen die mehr als 300 Delegierten aus aller Welt im Wesentlichen sieben zentrale Themen an, insbesondere den "Opfercharakter der Eucharistie".



Zu genau dieser Thematik habe Papst Benedikt XVI. am Donnerstag spontan das Wort ergriffen, erklärte Isidro Catela, Pressesprecher der Bischofssynode für die spanischsprachigen Medien, am Wochenende in Rom.

Opfercharakter, spirituelle und gemeinschaftliche Dimension

Die Synodenväter hätten im Zusammenhang mit der Eucharistie immer wieder die beiden Begriffe "Opfer" and "Mahl" in den Mund genommen, so Catela. In diesem Zusammenhang sei über "die Erfahrungen des zeitgenössischen Martyriums" gesprochen worden, mit denen man nicht nur das Schicksal bereits bekannter Menschen gemeint habe, "sondern auch das alltägliche Leid vieler Menschen auf der ganzen Welt".

Als zweites großes Thema seien die "Ziele der Eucharistie" erörtert worden, das heißt, die vertikale oder spirituelle Dimension der Eucharistie sowie ihre horizontale oder gemeinschaftliche Dimension – "in einer Welt, die in materieller und spiritueller Hinsicht großen Hunger leidet".

In diesem Zusammenhang sei, basierend auf Abschnitt 73 des "Instrumentum laboris" ("Arbeitsdokuments") der Bischofssynode, über die Verbindung zwischen der Eucharistie und der Kultur des Lebens nachgedacht worden. Im angeführten Textabschnitt geht es um die Übereinstimmung des Glaubens, der bekannt wird, und der eigenen Lebensführung in Familie und Gesellschaft.

Liturgische Normen und die "Kunst des Feierns"

Drittens, so Catela, habe man sich mit normativen Fragen und mit Missständen in Zusammenhang mit den Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils und dem Konzil von Trient hinsichtlich der Realpräsenz Jesu Christi in der Eucharistie beschäftigt.

Die "ars celebrandi", die "Kunst des Feierns", führte der Pressesprecher der Bischofssynode als viertes großes Thema an, über das die 256 Synodenväter und die übrigen Mitglieder der Synodalversammlung in der ersten Woche beraten haben. Dabei sei es unter anderem um die verschiedenen Formen des Kommunionempfangs (Hand oder Mund) gegangen, um die zentrale Lage, die der Tabernakel in den Kirchen haben sollte, sowie um die Notwendigkeit, in jedem Gotteshaus Zeiten der Stille und der Anbetung zu schaffen.

Interkommunion

Thema Nummer fünf war Ökumene und Interkommunion – die Möglichkeit, Christen anderer Konfessionen die heilige Kommunion zu reichen. Nach Aussagen Catelas habe sich dieses Thema besonders in den Zeiten, die für freie Wortmeldungen zur Verfügung stehen, besonderer Beliebtheit erfreut. In diesem Zusammenhang sei auch über den Säkularisierungsprozess und die religiöse Gleichgültigkeit sowie über das Priestertum und den Zölibat in der Kirche gesprochen worden. "Man ist überzeugt, dass der Zölibat in der lateinischen Kirche gefördert werden muss", fügte Catela hinzu.

Sakramente und Versöhnung als Weg zum Frieden

Das sechste Thema war die Verbindung zwischen der Eucharistie und den anderen Sakramenten. Die Synodenväter hätten vor allem auf die tiefe Beziehung hingewiesen, die zwischen der Eucharistie und dem Sakrament der Versöhnung besteht, erklärte Catela. Die Mitglieder der Bischofssynode hätten sich für eine "umfassende Katechese" ausgesprochen, damit der Zusammenhang der einzelnen Sakramente zueinander wieder stärker ins Bewusstsein rücke.

Ein Teilnehmer sprach sich für die Ausrufung eines "Jahres der Buße" aus, andere schlugen eine Verlängerung des von Papst Johannes Paul II. ausgerufenen "Jahres der Eucharistie" vor, um auf diese Weise die positive Wirkung der Eucharistie auf das Familienleben hervorzukehren.

Das siebte Thema, das während der ersten Woche der Bischofssynode im Vatikan besprochen wurde, war "die Versöhnung als Weg zum Frieden". Verschiedene Mitglieder der Bischofssynode erklärten, die Kirche müsse gerade in der heutigen Welt ein Instrument der Versöhnung sein – einer Versöhnung, die ihr Vorbild in der Eucharistie habe.

Pressesprecher Isidro Catela wies darauf hin, dass die Synodenväter neben den sieben angeführten Themen auch andere Punkte angesprochen hätten. Zudem gebe es noch viele weitere Themen, die bis zum 23. Oktober auf der Tagesordnung stünden.

Einige Zeugnisse aus Afrika auf der Bischofssynode zeigten deutlich, dass die Eucharistiefeier der einzige Ort sei, an dem miteinander rivalisierende Bevölkerungsgruppen einander in Eintracht begegnen könnten. Mehrere Synodenväter riefen auch dazu auf, in der Abschlussbotschaft der Bischofssynode Jerusalem und das Heilige Land ausdrücklich zu erwähnen, wegen ihrer Verbindung zur Eucharistie und zur Sehnsucht nach Frieden.