Die Situation der Menschen in Lateinamerika verbessern

Kaplan Claudio Alves Pereira und Prälat Bernd Klaschka zur Adveniat-Weihnachtsgabe am 24. und 25. Dezember in allen Gottesdiensten

Regensburg, (ZENIT.org) | 420 klicks

Claudio Alves Pereira kommt aus São Paulo und wirkt als Kaplan in St. Wolfgang Regensburg. Anlässlich der Adveniat-Aktion 2013 bezieht er Stellung:

„Vom Schriftsteller und Publizisten Victor Hugo (1802-1885) stammt das Wort: „Jener, der eine Schultür öffnet, schließt ein Gefängnis“ („Celui qui ouvre une porte d’école, ferme une prison“). Diesem Satz kann ich als Brasilianer aus der Metropole São Paulo voll und ganz zustimmen. Eine gute Bildung ist die Chance, auf die viele Jugendliche und junge Erwachsene in großen Teilen Lateinamerikas vergebens warten, bevor sie von anderen aussichtslosen Wegen wie Diebstahl, Drogen etc. verschlungen werden.

Daher trifft das Motto des Hilfswerks Adveniat für Weihnachten 2013 einen Nerv: „Hunger nach Bildung.“ Wir Menschen verlangen nach Erkenntnis, wir „hungern“ nach Bildung. Doch drohen unzählige Menschen in Lateinamerika an fehlender Bildung zu „verhungern.“ Das staatliche Schulsystem ist marode, die Bücher sind veraltet und die Lehrer schlecht ausgebildet. Wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder auf teure Privatschulen – doch das können die wenigsten. Kirchliche Initiativen setzen sich daher mit unterschiedlichen Projekten für mehr Bildungsgerechtigkeit ein, denn Bildung ist der Schlüssel für eine bessere Zukunft.

Die Hilfe von Adveniat ist sehr wichtig. Es ist keine Entwicklungshilfe, sondern es ist direkte Hilfe hauptsächlich für Aus- und Weiterbildung kirchlicher Fachkräfte sowie für die nötige Infrastruktur: für Gemeindezentren, Bildungshäuser, Kapellen und Transportmittel. Die Menschen hungern nach Bildung. Doch es fehlen oft die nötigen Ausbildungsstätten, sei es zum Beispiel ein Priesterseminar oder ein sicher gebautes und gut ausgestattetes Pfarrheim. Dazu muss man wissen, dass in fast ganz Lateinamerika der Religionsunterricht vor der Erstkommunion und der Firmung, dass Ausbildungskurse, Erwachsenenalphabetisierung und vieles andere in Räumen der Kirche, also im „Pfarrheim“ stattfinden; auch wenn die logistischen Bedingungen dafür oft sehr bescheiden sind.

Mit der Weihnachtsgabe für Adveniat, am 24. und 25. Dezember in allen Gottesdiensten, kann man aktiv dazu beitragen, die Situation der Menschen in Lateinamerika und der Karibik nachhaltig und langfristig zu verbessern und ihnen ein menschwürdiges Leben zu ermöglichen.“ Kaplan Claudio Alves Pereira

Prälat Bernd Klaschka, Adveniat-Geschäftsführer, hat anlässlich der Weihnachtsaktion mitgeteilt:

„Dass Menschen Zugang zu Bildung haben, ist nicht selbstverständlich. In den Ländern Lateinamerikas und der Karibik zum Beispiel gibt es heute noch immer 36 Millionen Menschen, die nicht lesen, schreiben oder rechnen können; weitere 73 Millionen Menschen bringen gerade einmal ihren Namen zu Papier und entziffern mühsam einzelne Wörter oder Zahlen. Man kann sich vorstellen, wie schwierig unter diesen Umständen schon einfachste Alltagsangelegenheiten werden können: Einkäufe etwa, ein Gang zum Amt oder Hilfe für die eigenen Kinder bei den Hausaufgaben.

Armut, die Zugehörigkeit zu bestimmten Volksgruppen oder abgelegene Lebensräume führen dazu, dass Kinder, Jugendliche oder Erwachsene wenige Möglichkeiten haben, zu lernen, was das Leben braucht. Dieses Defizit wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus: Wohnen, Ernährung, Erziehung, Gesundheit, Berufsfindung, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, Wahrnehmung bürgerlicher Grundrechte. All das braucht ein bestimmtes Maß an Fertigkeiten und Wissen, das sich kein Mensch allein beibringen kann. Es bräuchte also einen möglichst freien und gerechten Zugang zu Bildung. Die Realität sieht anders aus.

In Lateinamerika und der Karibik gibt es zahlreiche kirchliche Initiativen, die in verschiedenen Kontexten versuchen, möglichst vielen Menschen eine möglichst breite Bildung zukommen zu lassen, die den je konkreten Lebensumständen optimal angepasst ist. Einige dieser Bildungsinitiativen möchten wir Ihnen in der Adveniat-Jahresaktion 2013 nahe bringen.

Unter dem biblischen Leitwort „Anfang der Weisheit ist wahrhaftiger Hunger nach Bildung. Das Ziel der Bildung aber ist Liebe“ (vgl. Weish 6,17) geht die Bischöfliche Aktion Adveniat im Jahr 2013 dem Thema „Bildung“ auf den Grund. Ausgehend von den Bildungsvisionen der Bibel suchen wir gemeinsam mit unseren Partnern nach konstruktiven Wegen aus.“ Prälat Bernd Klaschka, Adveniat-Geschäftsführer

(Quelle: Webseite des Bistums Regensburg)