Die sonntägliche Eucharistiefeier, Mitte der elterlichen und familiären Religiosität

Siebte Katechese zur Vorbereitung auf das V. Weltfamilientreffen in Valencia (Spanien)

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ROM, 27. Juni 2006 (ZENIT.org).- Die Teilnahme an der Heiligen Messe "ist ein spezifischer Aspekt der Identität der christlichen Gemeinschaft", heißt es in der siebten Vorbereitungskatechese zum V. Weltfamilientreffen. Sonntagsmesse und der Empfang der Heiligen Kommunion stärken die Gemeinschaft und schenken die nötige Kraft, um die "Dimension der christlichen Nächstenliebe" zu leben.



Der Vorrang der Sonntagsmesse ist eines der Themen, mit denen sich jene 1,5 Millionen Menschen beschäftigen werden, die vom 1. bis zum 9. Juli in der drittgrößten spanischen Stadt Valencia zum V. Welttreffen von Familien aus allen Teilen der Welt zusammenkommen werden. Am 9. Juni wird Papst Benedikt XVI. mit den Teilnehmern die Abschlussmesse feiern.

Der Päpstliche Rat für die Familie schlägt für die Katechese den folgenden Ablauf vor:

1. Eröffnungslied

2. Gebet des Vaterunsers

3. Schriftlesung: Apg 20,7-20

4. Lesung eines Texts zur Lehre der Kirche (Katechese, siehe unten)

5. Gedanken des Katecheten

6. Gespräch:

-- Welche Dimensionen des Glaubens werden durch den Sonntag herausgestellt?

-- Warum ist es so wichtig, als Familie an der Sonntagsmesse teilzunehmen?

-- Können wir nach der Messe völlig sorglos sein, weil wir unsere Pflicht "schon erfüllt" haben?

7. Anregungen und persönlicher Vorsatz

8. Gebet des "Gegrüßet seist du, Maria" und Anrufung "Regina familiae. Ora pro nobis" ("Maria, Königin der Familie, bitte für uns")

9. Gebet für die Familie: O Gott, du hast den christlichen Familien die ehrenvolle Verantwortung übertragen, den Glauben an ihre Kinder weiterzugeben. Gewähre ihnen die Kraft, diese Aufgabe, die du ihnen anvertraut hast, treu zu erfüllen. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.

10. Schlusslied

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Siebte Katechese

1. Der Sonntag ist das Herz des gesamten liturgischen Jahres, weil er den Tod und die Auferstehung des Herrn feiert, die das Zentrum der gesamten Geschichte und die Quelle sind, aus der alle rettende Gnade entspringt. So haben ihn die Apostel und die ersten christlichen Gemeinden verstanden und gefeiert.

2. Von Anfang an war die Eucharistie das Zentrum des Sonntags. Das bezeugen die Märtyrer von Abitene, die während der sonntäglichen Eucharistiefeier verhaftet wurden. Als man sie im Verhör fragte, weshalb sie das strenge Verbot des Kaisers übertreten hätten, antworteten sie: "Sine dominico non possumus", das heißt: Wir können nicht leben, ohne sonntags gemeinsam Eucharistie zu feiern. Wir hätten nicht die Kraft, uns unseren alltäglichen Problemen zu stellen und ihnen nicht zu erliegen.

3. Der Sonntag besteht jedoch nicht nur aus der Eucharistiefeier. Sie geht in andere Feiern und Erfahrungen über – Familientreffen, Sorge und Aufmerksamkeit für die Armen, Ruhe, usw.

4. Aus diesem Grund ist es notwendig, die sonntägliche Eucharistie und den Sonntag selbst als einen besonderen Tag des Glaubens herauszustellen, den Tag des auferstandenen Herrn und der Ausgießung des Geistes. Die Mitfeier der Eucharistie sollte für jeden Getauften der Mittelpunkt des Sonntags sein. Dies ist eine unausweichliche Pflicht, mit der wir nicht nur ein Gebot, sondern die wesentliche Voraussetzung eines wirklich bewussten und konsequenten christlichen Lebens erfüllen. Die Pflicht, jeden Sonntag an der Eucharistiefeier teilzunehmen, ist ein spezifischer Aspekt der Identität der christlichen Gemeinschaft – auch dann, wenn diese nur eine kleine Minderheit ist, in der Isolation lebt oder mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen hat.

5. Dadurch, dass sie die Christen Woche für Woche als Familie Gottes um den Tisch des Wortes und des Lebensbrots versammelt, ist die Eucharistie auch das wirksamste Mittel gegen das Auseinanderbrechen, denn sie ist eine vorzügliche Gelegenheit, um die Gemeinschaft zu pflegen und kontinuierlich zu leben.

6. Aus all diesen Gründen muss die sonntägliche Eucharistiefeier die Mitte der elterlichen und familiären Religiosität sein. Wenn die Kinder sehen, dass die Eltern mit ihnen an der sonntäglichen Eucharistiefeier teilnehmen, werden sie diese zu einem festen Bestandteil ihres Lebens und zur wichtigsten Stütze ihrer Religiosität machen. Mit der ganzen Familie an der Eucharistiefeier teilzunehmen ist ein Ideal, das es anzustreben gilt, um auf diese Weise seinen Vorrang vor allen anderen vornehmen und wertvollen Sonntagsaktivitäten deutlich zu machen.

7. Die angemessene Mitfeier der Eucharistie und insbesondere der Empfang der Heiligen Kommunion drängen uns, die Dimension der christlichen Nächstenliebe zu leben. Aus diesem Grund müssen die Eltern in der Sorge um die Kranken und Bedürftigen ein lebendiges Vorbild für ihre Kinder sein.

8. Um das Sakrament der Eucharistie würdig zu empfangen, muss jeder, dem bewusst ist, dass er eine Todsünde begangen hat, zuerst zur Beichte gehen, denn der heilige Paulus sagt: "Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn" (1 Kor 11,27).

[© Päpstlicher Rat für die Familie und Erzdiözese Valencia 2005]