„Die Spur des Glaubens weiterführen und für die Menschen vorzeichnen"

Botschaft von Papst Benedikt XVI. zur 1.200-Jahr-Feier des heiligen Liudger

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ROM, 19. September 2009 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Botschaft, die Papst Benedikt XVI. anlässlich der 1.200-Jahr-Feier des heiligen Liudger (vgl. Informationsseite des Bistums Münster) verfasst hat.

Der erste Bischof von Münster und Apostel der Friesen und Sachsen habe gewusst, dass dem, der in der Übung der Tugenden und des Glaubens voranschreite, das Herz weit werde. „Von der Liebe Gottes erfüllt, brach er immer wieder auf, um die Frohe Botschaft Christi den Menschen seiner geliebten Heimat zu bringen."

Sein Beispiel möge uns dazu ermutigen, „dass auch wir wie er den Spuren des Herrn folgen sowie die Spur des Glaubens in unserem Land weiterführen und für die Menschen vorzeichnen, damit sie zu Jesus Christus finden, dem Erlöser der Welt".

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Meinem verehrten Bruder
Weihbischof Franz Vorrath
Diözesanadministrator des Bistums Essen

Das Ruhrbistum Essen, das Anfang vergangenen Jahres sein fünfzigjähriges Gründungsjubiläum feiern konnte, gedenkt in diesen Tagen einer großen Gestalt der Ursprünge des Christentums in der Region: Vor 1200 Jahren starb der hl. Liudger, der erste Bischof von Münster und Apostel der Friesen und Sachsen, der in seiner Klostergründung Werden die letzte Ruhestätte gefunden hat. Gerne übersende ich Ihnen, Exzellenz, dem hochwürdigsten Herrn Altbischof Luthe, Ihren Mitbrüdern im Bischofsamt sowie allen Priestern, Diakonen, Ordensleuten und Laien, die sich um das Grab des hl. Liudger in der altehrwürdigen Basilika Sankt Ludgerus zu Essen-Werden versammeln, herzliche Segensgrüße.

»Wer in der Übung der Tugenden und des Glaubens fortschreitet«, so sagt der Mönchsvater Benedikt in seiner Regel, »dem wird das Herz weit, und er läuft in unsagbarem Glück der Liebe den Weg der Gebote Gottes« (Prolog 49). Der hl. Liudger hat diese Worte gut gekannt. Von der Liebe Gottes erfüllt, brach er immer wieder auf, um die Frohe Botschaft Christi den Menschen seiner geliebten Heimat zu bringen. Im reifen Mannesalter zog er sich für zwei Jahre in das Kloster Montecassino, an das Grab des hl. Benedikt zurück. Im Hören auf Gottes Wort und in der Schule der Tugend ordnete er seine Lebenspläne. Von kirchlichen und weltlichen Autoritäten erbat er sich Auftrag und Weisung. Erst in diesem doppelten Gehorsam gegenüber Gott und den Menschen sah er sich zu seiner Mission berufen. Er lief den gebotenen Weg in Treue gegenüber Christus, »der euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt« (1 Petr 2, 21), und brachte so reiche Frucht für die Kirche und die Menschen an Rhein und Ruhr.

Der hl. Liudger möge uns alle mit seiner himmlischen Fürbitte begleiten und uns helfen, daß auch wir wie er den Spuren des Herrn folgen sowie die Spur des Glaubens in unserem Land weiterführen und für die Menschen vorzeichnen, damit sie zu Jesus Christus finden, dem Erlöser der Welt. Mit diesem Gebetswunsch erteile ich Ihnen, Exzellenz, den Diözesanen und allen Gläubigen, die zur Festfeier zusammengekommen sind, auf die Fürsprache des hl. Liudger von Herzen den Apostolischen Segen.

Aus Castelgandolfo, am 3. September 2009

 

BENEDICTVS PP. XVI

 

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