Die Stationen der Apostolischen Reise von Papst Benedikt XVI.

Erste Station: Berlin

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BERLIN, 22. September 2011 (ZENIT.org). - Die Apostolische Reise führt Papst Benedikt XVI. in drei Diözesen in der Bundesrepublik Deutschland. Zuerst wird der Heilige Vater die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland und damit das Erzbistum Berlin besuchen. Nach dem Amtsverzicht und Tod von Kardinal Georg Sterzinsky ernannte der Heilige Vater Dr. Rainer Maria Woelki zum Erzbischof von Berlin. Er wurde am 27. August 2011 in sein Amt eingeführt.

Das Erzbistum Berlin liegt auf dem Gebiet der ehemaligen Bistümer Brandenburg, Havelberg, Kammin und Lebus. Es wurde 1930 als Suffraganbistum des Erzbistums Breslau errichtet. In der Folge des zweiten Weltkriegs wurden in den polnischen Teilen Pommerns eigene Bistümer gegründet. Heute umfasst die Diözese, die am 8. Juli 1994 zur Erzdiözese erhoben wurde, das Land Berlin, den größeren Teil des Landes Brandenburg sowie Vorpommern.

Brandenburg und Pommern wurde durch die zwei Missionsreisen des heiligen Bischofs Otto von Bamberg (1124/28) christianisiert. Im Jahr 1540 wurde Brandenburg in der Folge der Reformation protestantisch. Der erste katholische Gottesdienst nach der Reformation wurde 1680 in Berlin gefeiert. Mit der Weihe der St. Hedwigs-Kirche 1773 unter Friedrich II. kehrte die katholische Kirche sichtbar nach Brandenburg/Preußen zurück.

In der Zeit des Nationalsozialismus kam in Berlin der Konfl ikt zwischen christlichem Bekenntnis und nationalsozialistischer Ideologie besonders zum Tragen. Der von Johannes Paul II. im Berliner Olympiastadion selig gesprochene Dompropst Bernhard Lichtenberg ist dafür beispielhaft: Sein Gebet „für die verfolgten Juden“ brachte ihn ins Gefängnis, auf dem Weg ins Konzentrationslager Dachau verstarb er am 5. November 1943.

Mit der Teilung Deutschlands war auch das Bistum Berlin geteilt. Durch den Mauerbau 1961 wurden Gemeinden getrennt und gewachsene Strukturen willkürlich zerstört. Allen Schwierigkeiten und Widerständen zum Trotz hielt Kardinal Alfred Bengsch an der Einheit des Bistums fest. Mit der Öffnung der Berliner Mauer im Jahr 1989 setzte der Prozess der Wiedervereinigung auch im geteilten Bistum ein. 1996 besuchte der selige Papst Johannes Paul II. das wiedervereinigte Erzbistum. Sein Appell vor dem Brandenburger Tor: „Löscht den Geist nicht aus! Haltet dieses Tor geöffnet für euch und alle Menschen!“ ist vielen Christen in Berlin eine Verpfl ichtung geblieben. Patrone des Erzbistums Berlin sind der heilige Petrus und der heilige Bischof Otto von Bamberg. Die St. Hedwigs-Kathedrale ist die Bischofskirche des Erzbischofs von Berlin.