Die Straße des Herrn ist eine Straße der Erniedrigung, die am Kreuz endet

Papst Franziskus: Wenn alles glatt läuft, stimmt etwas nicht

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Jan Bentz | 509 klicks

Am gestrigen Dienstag feierte Papst Franziskus wie üblich seine Morgenmesse in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“, wo er zurzeit wohnt. Mit dem Papst konzelebrierten der Präsident und der Sekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung, Erzbischof Salvatore Fisichella und Erzbischof José Octavio Ruiz Arenas. Anwesend war auch eine Gruppe von Priestern desselben Dikasteriums sowie eine Gruppe von Angestellten des vatikanischen Elektrizitätswerks und der Schreinerei des Governatorats.

In seiner Predigt betonte er einmal mehr, die wahre Nachfolge Christi bestehe nicht darin, mehr Macht zu haben und Karriereleitern zu erklimmen, sondern mit Christus das Kreuz zu tragen. Viele, auch unter den kirchlichen Amtsträgern, betrachteten das Christentum und die Nachfolge Christi als kuturellen Hintergrund, um Karriere zu machen. Die Geschichte der Kirche sei voll von solchen, die Jesus als „kulturellem Vorschlag“ gefolgt seien, um Karriere zu machen, angefangen bei einigen Kaisern, gefolgt von vielen Regierenden und vielen Menschen. Sie hätten diesen Weg genutzt, um nach oben zu kommen, um mehr Macht zu haben.

Christen, die solches dächten, seien vom „Geist der Welt“ infiltriert. Schon dem Petrus habe Jesus geantwortet, er werde ihm alles unter Verfolgungen geben.

Allen, die Christus nachfolgten, werde auch viel Schönes zuteil, so der Papst, aber es würden sich immer auch Erniedrigungen und Verfolgungen einstellen, dies sei der Weg, den Christus allen vorausgegangen sei.

Er erklärte, das Kreuz sei keine Verurteilung, sondern der Preis der Heiligung und Verherrlichung. Das Kreuz könne nicht von der Straße Jesu beseitigt werden. Wenn es im Leben eines Christen keine Schwierigkeiten gebe, wenn alles glatt laufe, dass könne etwas nicht stimmen.

Aber trotzdem müsse sich ein Christ nicht leid tun, wenn er Jesus aus Liebe folge. Und wenn er dies tue, dann stelle der Neid des Teufels viele Dinge an: der Geist der Welt toleriere dieses Zeugnis der Liebe nicht.

Als Beispiel für dieses Wirken des Teufels nannte der Papst die Darstellung von Mutter Teresas Wirken in der Welt. „Was sagt der ‚Geist der Welt‘ von Mutter Teresa“, fragte der Papst und beantwortete die Frage: „Oh, die selige Teresa ist eine schöne Frau, sie hat viel Schönes für die anderen getan... Der Geist der Welt sagt nie, dass die selige Teresa jeden Tag viele Stunden in Anbetung verbracht hat... Nie!“

Der Geist der Welt reduziere das christliche Wirken darauf, Gutes im sozialen Bereich zu tun. „Als sei die christliche Existenz eine Lackierung, eine Christentum-Patina“, so Franziskus.

Die Verkündigung Jesu sei aber keine Patina, sie gehe bis tief „in die Knochen“, sie dringe ins Innere und verändere den Menschen. Das sei es, was „der Geist der Welt nicht toleriere“, und daher komme es zu den Verfolgungen: „Der Geist der Welt wird dies nicht tolerieren, er wird uns leiden lassen, doch ist dies ein Leiden, wie es Jesus erlitten hat.“

Aber wer sein Haus und seine Familie verlasse, um Christus nachzufolgen, werde auch schon hier und jetzt in dieser Zeit, neben aller Unbill, das Hundertfache dafür empfangen, versprach der Heilige Vater.

„Die Nachfolge Jesu besteht gerade darin: aus Liebe zusammen mit ihm, hinter ihm zu gehen. Denselben Weg, dieselbe Straße“, schloss Franziskus.

„Bitten wir um diese Gnade: Jesus auf dem Weg nachzufolgen, die er uns gezeigt hat und die er uns gelehrt hat. Das ist schön, weil er uns nie alleine lässt. Nie! Er ist immer bei uns. Amen.“