Die Suche nach Gott hört auf Erden niemals auf

Benedikt XVI. gedenkt des 900. Todestages des heiligen Anselm von Canterbury

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ROM, 23. April 2009 (ZENIT.org).- „Gott übersteigt bei weitem alles Denkbare.“ Dies, so Benedikt XVI., ist eine der zentralen Aussagen des Werks des heiligen Anselm von Canterbury. Anlässlich des 900. Todestages des bedeutenden Kirchenlehrers verfasste der Papst eine Botschaft, die in der Kathedrale von Aosta während einer Eucharistiefeier zu Ehren des Philosophen und Theologen verlesen wurde.



Anselms Schriften zeigen, „dass sich Gott in unerreichbarer Höhe befindet, weit über den Zielsetzungen, die der Mensch erreichen kann, denn Gott übersteigt bei weitem alles Denkbare. Daher wird auch die Reise auf der Suche nach Gott zumindest auf dieser Erde nicht enden, sondern sich in Gedanken und Wünsche, in strenge geistige Anstrengung und ein flehendes Herzensgebet verwandeln“. Gerade für die heutige Zeit habe Anselm „große Bedeutung und starke Faszination“. Der heilige Vater empfiehlt in dem Schreiben die Lektüre seiner Werke, die Glaube und Vernunft in „bewundernswerter Einheit“ zeigten.

Papst Benedikt sandte auch eine Nachricht an P. Notker Wolf, den neunten Abtprimas des Benediktinerordens. „Indem wir uns mit ergebenem Herzen die Person des Heiligen in Erinnerung rufen, wünschen wir den Reichtum seiner Weisheit zu verherrlichen und zu veranschaulichen, damit die Menschen von heute, besonders die Europäer, ihm nahe kommen und seine gesunde und ergiebige Lehre empfangen“, heißt es in dem in lateinischer Sprache verfassten Brief.

Papst Clemens XI. hatte Anselm von Canterbury zum Kirchenlehrer ernannt. „Ich versuche nicht zu verstehen, um zu glauben, sondern ich glaube vielmehr, um zu verstehen“, hatte der Heilige zu Lebzeiten bekräftigt.