Die Synode über das Wort Gottes ist auch eine Synode über die Kommunikation

Erzbischof Claudio Maria Celli vor den Synodenvätern

| 818 klicks

ROM, den 23. Oktober 2008 (ZENIT.org).- Die Bischofssynode über das Wort Gottes ist auch eine Synode über die „Kommunikation“.

Zahlreiche Bischöfe haben in den vergangenen Tagen betont, dass die Selbstoffenbarung Gottes durch seine menschliche Rede und sein Schweigen, das heißt die Autokommunikation Gottes als persönliche Liebe, die die Menschen aller Zeiten anspricht, auch durch die so genannten neuen Medien vermittelt werden sollte.

Die Kirche müsse ihr vielfältiges medienpädagogisches Engagement gerade heute verstärken - in einer Welt, in der Menschen ganz selbstverständlich in Online-Welten aufwüchsen, erklärte Erzbischof Claudio Maria Celli in seinem auf Italienisch gehaltenen Beitrag vom 15. Oktober bei der 16. Generalkongregation vor 234 Synodenteilnehmern.

Der Vorsitzende des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel bezog sich bei seiner Ansprache auf Absatz 53 des Instrumentum laboris, in dem von den „Methoden" und „neuen Formen der Sprache und Kommunikation" des Wortes Gottes die Rede ist.

„Wir leben in einer Zeit tief greifender Veränderungen in der Welt der Kommunikation“, fuhr der Medienexperte des Vatikans fort. Häufig benutzten die Fachkräfte „den Begriff ‚digitale Revolution’, um die außerordentlichen Entwicklungen in der Kommunikationstechnik aufzuzeigen, die wir in den letzten 20 Jahren erlebt haben. Es wäre aber ein Fehler, diese Änderungen als rein technische zu beschreiben, denn sie haben auch die Kultur der Kommunikation revolutioniert.“ Davon sei „die Art, wie Menschen miteinander kommunizieren, wie Bürger Gruppen und Gemeinschaften bilden“, ja sogar wie politische Organisationen oder Unternehmen arbeiteten betroffen.

„Als eine Gemeinschaft von Gläubigen, die sich darauf verpflichtet, die Frohe Botschaft des Evangeliums Jesu Christi allen bekannt zu machen, steht die Kirche vor der Herausforderung, welche Mittel sie wählt, um ihre Botschaft im Kontext dieser neuen und neu entstehenden Kultur der Kommunikation zu verkünden.“

Bereits das Apostolische Schreiben „Evangelii nuntiandi" von Papst Paul VI. habe im Jahr 1975 die neuen Medien als „moderne und effiziente Version von Kanzeln" in der Verkündigung bezeichnet.

„Die heutige Herausforderung besteht darin zu verstehen, dass die neuen Technologien nicht nur Kommunikationswerkzeuge sind, sondern dass sie die Kultur der Kommunikation auch zutiefst beeinflussen.“

Seien Bürger in der Vergangenheit tendenziell passiv geblieben und als Leser, Hörer und Zuschauer zu Konsumenten der von den Medien zentral produzierten Inhalte gewesen, so gelte es jetzt zu prüfen, ob die Öffentlichkeit „mehr selektiv und interaktiv ihren Zugang zu einem weit umfassenderen Spektrum von Medien“ gestalte. „Die Logik der Kommunikation hat sich radikal geändert. Die Konzentration auf die Medien selbst wurde durch eine stärkere Konzentration auf die Öffentlichkeit ersetzt, die sich immer freier und autonomer in ihrer Nutzung der Medien erweist.“

Diese Entwicklung erfordere Umsicht, was „den Inhalt unserer Lehre“ angehe, und eine sorgfältige Beschäftigung mit dem Publikum - „oder besser gesagt mit unserem vielschichtigen Publikum, damit wir ihre Anliegen und ihre Fragen verstehen können“.

Abschließend nahm der Kurienerzbischof direkt auf das Internet Bezug und sagte: „Die Entwicklung des Internets als interaktives Medium der Kommunikation, dessen Benutzer versuchen, eine aktive Rolle zu spielen und nicht passive Konsumenten sein wollen, erfordert von uns, explizite Formen des Dialogs für Lehre und Verkündigung zu entwickeln.“