Die Theologie von Papst Benedikt XVI., ein Licht in der Finsternis

Gespräch mit José Luis Torres-Pardo CR, Gründer des Instituts und des Werkes „Obra de Cristo Rey“

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ROM, 22. Juni 2007 (ZENIT.org).- José Luis Torres-Pardo CR, Gründer des Instituts und des Werkes „Obra de Cristo Rey“, hat ein Buch mit dem Titel „Das Licht strahlt in der Finsternis. Das Denken von Benedikt XVI.“ („La luz brilla en las tinieblas. El pensamiento de Benedicto XVI“) veröffentlicht, in denen zahlreiche Originalzitate aus den Schriften Joseph Ratzingers verarbeitet wurden.



Die Ausgabe führt systematisch in das theologisch-geistige Universum des jetzigen Papstes Benedikt XVI. ein. Gegenüber ZENIT erklärte der Gründer, der am 30. September 1928 im spanischen Cordoba geboren wurde, dass sich sein Werk gegen Irrtum, Unglaube und geistliche Lauheit richte.

P. José Luis lebt seit nunmehr fast 40 Jahren in Argentinien, und nichts liegt ihm mehr am Herzen, als einer „Gesellschaft neuer Heiden und eingeschüchterter und schwacher Katholiken“ die zentralen Begriffe und Hauptakzente des deutschen Papstes wortwörtlich in umfangreichen Auszügen ans Herz zu legen.

Der 80-jährige Gründer verspürt nach eigenen Angaben eine „unerklärliche Freude und eine außergewöhnliche Begeisterung“ für das Gedankengut von Papst Benedikt XVI. Es gebe da eine tiefe Überseinstimmung, die ihn dazu veranlasst habe, ein Buch mit mehr als 500 Zitaten Joseph Ratzingers zu publizieren. P. José Luis will anhand der Schriften des jungen Theologen, des späteren Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre und des jetzigen Nachfolgers des Apostels Petrus veranschaulichen, wie das Werk dieses Mannes „in crescendo“ zur Verkündigung des römischen Vikars Christi heranreifte. Ein charakteristischer Wesenszug Benedikts XVI. ist dem Geistlichen besonders aufgefallen: Wie hier in einem Menschen außerordentliche Intelligenz, die Bescheidenheit eines Kindes und der Mut eines Soldaten zusammenfallen.

Sein Lieblingswort aus dem Gedankengut Joseph Ratzingers sei zweifellos die „Wahrheit“. Schließlich sei es „eindrucksvoll“, wie oft dieser Begriff in den Schriften und Ansprachen von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. vorkomme. Der Autor äußerte im Gespräch mit ZENIT, dass dies möglicherweise auf den Einfluss des heiligen Augustinus zurückzuführen sei, der „ersten theologischen Liebe“ des Papstes.

Auf die Frage, warum er Papst Benedikt XVI. in der Einleitung seines Buches „den Papst meines Lebens“ genannt habe, erklärte der spanische Priester, dass für ihn „seit Pius XI. und der großen Enzyklika ‚Quas primas‘, unter dessen Pontifikat ich im Jahr 1928 geboren wurde, alle Päpste ‚groß‘ und bewunderungswürdig gewesen sind. Aber ich erfuhr gewissermaßen am eigenen Leib die so genannte ‚postkonziliare‘ Krise als Resultat einer falschen Auslegung der Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils, wie sie auch Papst Benedikt XVI. durchgemacht hat. Er hat sie – im Gegensatz zur ‚Hermeneutik der Kontinuität‘ – als ‚Hermeneutik der Diskontinuität und des Bruches‘ bezeichnet (vgl. Ansprache Benedikts XVI. an das Kardinalskollegium am 22. Dezember 2005).

Vor diesem Hintergrund bedeute das jetzige Pontifikat Balsam und zugleich einen starken Antrieb, die Arbeit für das Institut „Obra de Cristo Rey“ fortzusetzen. Das komme vor allem im letzten Teil des Buches zur Sprache, dem „Schlussakkord“, wo sich P. José Luis ganz konkret mit der Universalherrschaft Christi auseinandersetzt, die das Charisma seiner Gründung prägt.

Auf die Frage, wie auch Menschen ohne besonderer geistlicher oder dogmatischer Ausbildung das Denken des Papstes in sich aufnehmen könnten, verwies der Priester auf die Praxis der „Geistlichen Übungen“ nach der Methode des heiligen Ignatius von Loyola. Diese Übungen führten zu einer Art „Entgiftung“ und versetzten den Menschen in die Lage, „Christus, die Jungfrau Maria und die Kirche voller Begeisterung zu lieben“.

Der Gründer des Instituts und des Werkes „Obra de Cristo Rey“ will mit seiner charismatischen Arbeit zum Teil auch „einem dreifachem Komplex vorbeugen, der unter den Katholiken – unter Laien genauso wie unter Geistlichen – so großen Schaden anrichtet: Komplex angesichts der modernen Welt, Komplex vor anderen Religionen und in besonderer Weise ein so genannter ‚antirömischer‘ Komplex, das heißt Kälte und Feindseligkeit gegenüber dem Papst und Verlust der römischen Perspektive.“

Das Institut „Christo Rey“ widmet sich insbesondere durch die Predigttätigkeit, die Katechese und durch die Abhaltung von Exerzitien der Ausbreitung der Herrschaft Christi.