Die Tür des Herrn ist immer geöffnet, ein Christ verliert nie die Hoffnung

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 382 klicks

In seiner Predigt in der heutigen Messe in Santa Marta sagte Papst Franziskus, wenn Jesus sich uns nähere, öffne er immer die Türen und gebe uns Hoffnung. Er unterstrich, dass man niemals Angst vor dem Trost des Herrn haben solle, sondern diesen erbitten und suchen solle.

„Er erneuert die Dinge. Und die Kirche wird nicht müde zu sagen, dass diese Erneuerung wunderbarer ist als die Schöpfung. Der Herr erneuert auf wunderbare Weise. Und so besucht er sein Volk: indem er erneuert, mit dieser Kraft. Und das Volk Gottes hatte immer diese Vorstellung, diesen Gedanken, dass der Herr kommen wird, um es zu besuchen. Erinnern wir uns an die letzten Worte Josephs an seine Brüder: ‚Wenn der Herr euch besucht, nehmt meine Knochen mit euch.‘ Der Herr wird sein Volk besuchen. Das ist die Hoffnung Israels. Und er wird es mit diesem Trost besuchen.“

Die kontinuierliche Erneuerung sei der Trost, so der Pontifex weiter. Wenn der Herr sich seinem Volk nähere, gebe er Hoffnung, denn er erneuere mit Hilfe dieser und öffne so die Türen. Die Hoffnung, die der Herr gebe, sei die wahre Kraft in einem christlichen Leben und ein Geschenk.

„Wenn ein Christ die Hoffnung vergisst, oder schlimmer noch, die Hoffnung verliert, hat sein Leben keinen Sinn. Das ist so, als befände sich sein Leben vor einer Mauer: nichts. Aber der Herr tröstet uns und erneuert uns mit der Hoffnung, weiterzumachen. Und er tut dies auch mit einer besonderen Nähe zu jedem von uns, denn der Herr tröstet sein Volk und einen jeden von uns. Schön, wie die Lesung von heute endet: ‚So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.‘ Das ist der Trost. Der Herr tröstet mit Zärtlichkeit.“

Papst Franziskus sagte, der Herr habe keine Angst vor Zärtlichkeit. In seinen Augen sei jeder sehr wichtig, und indem er Hoffnung gebe, könne man seinen Weg weitergehen. Dies sei die hauptsächliche Arbeit Jesu in den 40 Tagen zwischen Auferstehung und Himmelfahrt gewesen: sich den Jüngern zu nähern und sie zu trösten.

„Sich nähern und Hoffnung geben, sich mit Zärtlichkeit nähern. Denken wir an die Zärtlichkeit, die er mit den Aposteln gehabt hat, mit Magdalena, mit denen aus Emmaus. Er näherte sich ihnen mit Zärtlichkeit: ‚Gib mir zu essen‘. Mit Thomas: ‚Leg deinen Finger hier hin.‘ So ist der Herr immer. So ist der Trost des Herrn. Möge der Herr uns allen die Gnade geben, keine Angst vor dem Trost des Herrn zu haben, offen zu sein: ihn zu erbitten, zu suchen, denn es ist ein Trost, der uns Hoffnung geben wird und der uns die Zärtlichkeit des Herrn spüren lässt.“