Die wahre Weisheit ist Jesus

Benedikt XVI. feiert die Vesper zusammen mit den Universitätsstudenten Roms

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ROM, 18. Dezember 2009 (ZENIT.org).- Die wahre Weisheit ist keine Erkenntnis. Sie ist eine Person: Jesus Christus. Dies bekräftigte Papst Benedikt XVI. am gestrigen Donnerstag Abend in seiner Predigt zur Vesperfeier mit den Studenten der römischen Universitäten in der Vatikanischen Basilika.
 
Die erste Art der „intellektuellen Nächstenliebe", so der Papst, bestehe darin, den anderen zu helfen, das wahre Antlitz Gottes zu entdecken, der Liebe ist, die im Stall zu Bethlehem Kind geworden sei.

Diese Weisheit Gottes verstört für den Papst die Logik der Welt. „Das christliche Paradox besteht gerade in der Identifikation der göttlichen Weisheit, das heißt des ewigen Logos, mit dem Menschen Jesus von Nazareth und seiner Geschichte."
 
Für dieses Paradox gebe es eine Lösung allein im Wort „Liebe": der Liebe schlechthin. Die Sehnsucht des Menschen nach ewigem Leben habe das Herz Gottes erweicht, so Benedikt XVI., der Logos sei und sich nicht geschämt habe, Mensch zu werden. Nichts von dem, was existiert, sei ohne Weisheit geschaffen worden.
 
„Liebe Freunde, ein christlicher Professor oder ein junger christlicher Student trägt in sich die leidenschaftliche Liebe zu dieser Weisheit! Er liest alles in ihrem Licht; er erfasst deren Spuren in den Elementarteilchen und in den Versen der Dichter; in den Gesetzbüchern und in den Ereignissen der Geschichte; in den Kunstwerken und in den mathematischen Gleichungen."
 
Daraus ergebe sich eine für die akademische Welt unbequeme, aber nützliche Reflexion: „Wer waren die Menschen, die in der Weihnachtsnacht in der Grotte von Bethlehem anwesend waren, um die Weisheit nach ihrer Geburt aufzunehmen und anzubeten?" Keine Lehrer des Gesetzes oder Weise, sondern Maria, Josef und dann die Hirten: die „Kleinen", wie sie im Evangelium genannt werden, so die Antwort des Papstes.
 
Daraus folge jedoch nicht, dass das Studium unnütz sei. 2000 Jahre Christentum würden diese Annahme ausschließen und hingegen auf eine rechte Haltung verweisen:
 
„Es geht darum, zu studieren und die Erkenntnisse zu vertiefen und dabei eine Seele von ‚Kleinen' zu bewahren, einen bescheidenen und einfachen Geist, wie jenen Mariens, ‚Sitz der Weisheit'. Wie oft fürchten wir uns, uns der Grotte von Bethlehem zu nähern, da wir uns sorgen, dass dies zu einem Hindernis für unsere Kritikfähigkeit und unsere ‚Modernität' werde!"
 
In der Grotte zu Bethlehem könne ein jeder die Wahrheit über Gott und über den Menschen entdecken. Alle Athenäen und akademischen Einrichtungen ermahnte Benedikt XVI. im Licht der „intellektuellen Nächstenliebe" zur Zusammenarbeit beim Aufbau einer Gemeinschaft, in der alle jungen Menschen zu reifen und verantwortlichen Menschen herangebildet werden, um die Zivilisation der Liebe zu verwirklichen.
 
Am Schluss der Vesperliturgie überreichte eine Delegation von Studenten aus Australien der afrikanischen Delegation die Marienikone „Sedes Sapientiae". Papst Benedikt XVI. begleitete diesen symbolischen Gestus, indem er alle Studenten des afrikanischen Kontinents sowie die Zusammenarbeit zwischen den römischen und afrikanischen Athenäen, zu der es nach der jüngsten Afrika-Synode gekommen war, der Jungfrau Maria anvertraute:
 
„Wir empfehlen der Heiligen Jungfrau alle Studenten des afrikanischen Kontinents und das Engagement für die Zusammenarbeit, die sich in diesen Monaten nach der Sonderversammlung der Bischofssynode für Afrika zwischen den Athenäen Roms und den afrikanischen Athenäen zu entwickeln beginnt. Nochmals spreche ich dieser neuen Perspektive der Kooperation meine Ermutigung zu und hoffe, dass aus ihr kulturelle Projekte entstehen und wachsen können, die fähig sind, eine wahre ganzheitliche Entwicklung des Menschen zu fördern."