Die Weisheit Marias liegt in der Demut ihres Herzens und ihres Verstandes

Sie entscheidet in Freiheit und Würde: Mir geschehe nach deinem Wort

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Von Jan Bentz

VATIKANSTADT, 18. Dezember 2011 (ZENIT.org). – Nach seinem Besuch in der römischen Strafvollzugsanstalt  „Rebibbia“ betete der Papst mit Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz den traditionellen sonntäglichen Angelus. Die Verkündigung des Engels an Maria steht im Zentrum des Evangeliums an diesem vierten Adventssonntag.

Bei der Betrachtung dieses Bildes der Jungfrau Maria in dem Moment, wo sie die göttliche Botschaft empfängt, werde man immer neu von der „Licht der Wahrheit erleuchtet, das immer neu aus diesem Geheimnis hervorgeht“, so der Papst. Ausgangspunkt dieses Geschehnisses seien die prophetischen Worte Jesajas: „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Emmanuel (Gott-mit-uns) geben“ (Jes 7,14). Diese alte Verheißung habe in Menschwerdung des Sohnes Gottes in Maria, die durch die Wirkung des Heiligen Geistes empfangen habe, ihre Erfüllung gefunden.

Die Tatsache, dass Maria empfangen habe und Jungfrau geblieben sei, sei wesentlich für die Erkenntnis Jesu unseren Glauben. Sie zeige, dass die Initiative bei Gott lag, und sie offenbare, wer der Empfangene ist.

„In diesem Sinne garantieren sich die Jungfräulichkeit Mariens und die Göttlichkeit Jesu gegenseitig“, so der Papst.

Daher sei auch die Frage so wichtig, die Maria an den Engel stelle: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ (Lk 1,34).

„Maria ist in ihrer Einfachheit sehr weise: Sie zweifelt nicht an der Macht Gottes, aber sie möchte seinen Willen besser verstehen, um diesem Willen vollständig gleichförmig zu werden“, erklärte Benedikt XVI.

Maria nehme damit vollständig den Platz ein, der ihr in der Heilsgeschichte zugewiesen werde. Ihr Herz und Verstand seien vollkommen demütig, und wegen dieser einzigartigen Demut könne Gott seinen Plan verwirklichen.

Die geistliche Bedeutung der Jungfräulichkeit Mariens betreffe jeden Christen. Sie sei von der Substanz her an den Glauben gebunden. Die Substanz von Weihnachten sei: „Wer ganz tief der Liebe Gottes vertraut, nimmt Jesus in sich auf, sein göttliches Leben, durch das Wirken des Heiligen Geistes“.

Der Papst schloss: „Ich wünsche euch allen, dass ihr dies mit inniger Freude lebt."