Die Wiederentdeckung des Selbstwertgefühls als Lösung für Afrika

Zeugnis einer Krankenschwester aus Uganda in Rimini (Italien)

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RIMINI, 24. August 2007 (ZENIT.org).- „Hoffnung für Afrika“ war eines der großen Themen des diesjährigen Rimini-Meetings der Freundschaft unter den Völkern, das im August jeden Jahres von der Gemeinschaft „Comunione e Liberazione“ („Gemeinschaft und Befreiung“) veranstaltet wird.



Rose Busingye, die in Kampala (Uganda) mit Aids-Kranken arbeitet, erklärte auf dem Afrika-Forum, dass der afrikanische Kontinent die Größe der menschlichen Person und die Schönheit, mit der sie Gott ausgestattet hat, wiederentdecken müsse. Die Krankenschwester hob hervor, dass eines der größten Probleme nicht die Armut oder eine fehlende Infrastruktur seien, sondern vielmehr „die Abwesenheit von konkreten Vorbildern… Es fehlen Ideale und der Sinn des Lebens.“ Dieser Mangel habe zu einer allgemeinen Verunsicherung in den gegenseitigen Beziehungen geführt, führte sie aus.

Busingye berichtete davon, dass sie diesem Mangel entgegenwirke, indem sie nicht nur auf die materielle Not ihrer Patienten eingehe, sondern bewusst versuche, das Selbstwertgefühl dieser Menschen zu stärken, „das auch dann nicht verloren geht, wenn sie in Elend versinken sollten“.

Um Veränderungen zu bewirken, ist es in ihren Augen notwendig, nicht nur den Kindern, sondern auch den Eltern eine Ausbildung zu ermöglichen. Die Krankenschwester sprach sich in diesem Zusammenhang dafür aus, mehr beizubringen als nur Lesen und Schreiben, und befürwortete Bildungsmaßnahmen, die dazu beitragen, die Schönheit von Gegend und Traditionen der jeweiligen Ortsgemeinde zu schätzen.

Rose Busingye hat Frauen, die für ihren Lebensunterhalt im Steinbruch arbeiten mussten, geholfen, bessere Arbeitsplätze zu finden und Mikrokredite aufzunehmen, um eigene Geschäfte zu eröffnen. Zudem hat sie eine Initiative zur Adoption von verlassenen Kindern ins Leben gerufen. Ein Schlüsselsatz ihres Beitrags: „Die Hoffnung Afrikas ist die Hoffnung, die jeder Mensch benötigt: zu wissen, wer man ist.“