Die Woche für das Leben findet in Deutschland vom 25. April bis 02. Mai statt

Jahresthema: Gemeinsam mit Grenzen leben

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ROM, 24. März 2009 (ZENIT.org).- Die Woche für das Leben ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Das Jahresmotto für 2009 lautet: „Gemeinsam mit Grenzen leben“ und findet vom 25. April bis 02. Mai statt. Am 25. April in Lüneburg wird sie bundesweit eröffnet.

Die Woche für das Leben steht in den Jahren 2008-2010 unter der Dreijahresüberschrift „Gesund oder krank – von Gott geliebt“. Während im ersten Jahr unter dem Titel „Hauptsache gesund“ der vorherrschende Gesundheitsbegriff kritisch hinterfragt wurde, soll im zweiten Jahr an die unabdingbare Verpflichtung christlicher Ethik zur Solidarität mit kranken und behinderten, mit sterbenden und verzweifelten Menschen hingewiesen werden.

„Randexistenz" ist kein schönes Wort. Gerade deshalb beschreibt es ziemlich genau, welchen Platz unsere Gesellschaft Alten, Kranken, Behinderten oder Sterbenden viel zu oft zuweist. Die Woche für das Leben rückt sie in diesem Jahr in den Mittelpunkt. Der Redaktionsbeirat Buchprofile von Borromäusverein (Bonn) und Sankt Michaelsbund (München) hat dazu Literaturempfehlungen zusammengestellt, die das Thema autobiographisch oder auf für Kinder und Jugendliche geeignete Weise angehen.

Maximilian Dorner zum Beispiel gibt unter dem Buchtitel „Mein Dämon ist ein Stubenhocker“ Einblicke in das Leben eines Kranken mit Multipler Sklerose und Bettina Eistel will als Contergan-Kind „Das ganze Leben umarmen“. Aus Elternperspektive hat Gisela Hinsberger Aufzeichnungen über das Leben mit einem behinderten Kind veröffentlicht. „Weil es dich gibt“ lautet der Titel. Verschiedene Bücher setzen sich kindgerecht mit dem Thema auseinander, etwa „Gemeinsam sind wir klasse“ von Franz-Joseph Huainigg und „Sei nett zu Eddie“ von Virginia Fleming.

Druckfrisch liegt das Themenheft der Woche für das Leben 2009 vor. Auf 28 Seiten führt es dem Jahresmotto “Gemeinsam mit Grenzen leben” folgend durch verschiedene “Grenzbereiche” des Lebens, bietet Material, Gottesdienstentwürde, Literaturhinweise und vieles mehr. Das Themenheft kann hier auch herunterladen werden.

Bundesweit wurden unter dem Jahresthema, gemeinsam mit Grenzen leben, zahlreiche Veranstaltungen organisiert. So lädt das Katholische Bildungswerk Schwandorf zu einer Podiumsdiskussion ein. Ziel ist, die Auswirkungen einer drohenden Verabsolutierung von Gesundheit in den Blick zu nehmen. Im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion steht die Frage nach den Grenzen, an die Behinderte und deren Angehörige im täglichen Leben stoßen und wie den Betroffenen ein erfülltes Leben ermöglicht werden kann. Die Arbeit der Naabwerkstätten wird kurz vorgestellt, Angehörige von geistig behinderten Menschen geben einen kurzen Einblick in Ihren Lebensalltag und Pfarrer Arne Langbein wird kurz auf das Leben mit und an Grenzen eingehen.

Auch die Evangelische Klinikseelsorge der Universitätsmedizin Göttingen am 29. April zu einer Podiumsdiskussion ein. Prof. Dr. Reiner Anselm, von der Theologische Fakultät der Universität Göttingen, der dem Lehrstuhl für Ethik vorsteht; Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen, von der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen und Pfarrerin Veronika Zippert, Schwalmstedt werden sich dem Jahresthema „Gemeinsam mit Grenzen leben“ stellen.

Auch unter den Bedingungen einer hoch spezialisierten und ausdifferenzierten Gesellschaft, die in der Lage ist, die meisten medizinischen und sozialen Herausforderungen zu meistern, ist diese Erinnerung nicht überflüssig. In den Begleitmaterialien und auf der Internetseite schaffen wir Raum für die Darstellung eines gelungenen Miteinanders.