Die Worte Papst Johannes Pauls II. vor dem "Engel des Herrn" am 15. August (Wortlaut)

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ROM, 16. August 2001 (ZENIT.org).- Aufgrund einer technischen Übermittlungspanne war es uns nicht möglich, den vollständigen Wortlaut der Papstworte noch am selben Tag zu senden. Dafür entschuldigen wir uns bei unseren Lesern.



CASTEL GANDOLFO, 15. August 2001 (ZENIT.org).- Um 12.00Uhr, am Fest der leiblichen Aufnahmen Mariens in den Himmel, hat der Heilige Vater Johannes Paul II. vom Balkon des Innenhofes des Apostolischen Palastes in Castel Gandolfo mit den anwesenden Gläubigen und Pilgern den Engel des Herrn gebetet. Der Angelus wurde auch live auf den Petersplatz übertragen. Hier nun die einführenden Worte des Heiligen Vaters:

1. "Zu deiner Rechten o Herr, strahlt die Königin auf" - so singt heute die Kirche und bestaunt preisend das wunderbare Ereignis der Aufnahme der Jungfrau mit Leib und Seele in den Himmel. Dieses Hochfest mitten im Sommer stellt eine günstige Gelegenheit dar, um über die Wirklichkeit nachzudenken, welche die irdische Existenz übersteigt. Bei der Betrachtung der Gottesmutter in ihrer himmlischen Herrlichkeit verstehen wir besser, dass das Engagement und die alltäglichen Mühen uns nicht völlig auffressen dürfen, denn der Horizont des Lebens beschränkt sich nicht auf die Erde. In ihr, die heute von Licht umstrahlt ist, sehen wir all das völlig verwirklicht, was der himmlische Vater denen verspricht, die großzügig dienen und ihre Treue, wenn nötig, bis zur Hingabe ihres Lebens ausweiten.

2. Mutiger Zeuge dieser Treue war Maximilian Kolbe, dessen Fest wir gestern begangen haben. Er hat sich immer durch Maria inspirieren lassen, die er gern "die süße Mutter" nannte. Er war treuer geistiger Sohn des heiligen Franz und starb am 14. August 1941, also am Vigiltag von Mariä Himmelfahrt, im Hungerbunker von Auschwitz.

Es war gestern der 60. Jahrestag seines dramatischen und heldenhaften Martyriums. Nach unsagbaren Leiden starb er durch eine Giftspritze in den linken Arm. So heißt es im Totenbericht. Sein Leichnam wurde einen Tag später im Krematorium verbrannt. Er hat sich spontan für einen Familienvater angeboten, welcher schrie: "Meine Frau und meine Kinder! Ich werde sie nicht mehr sehen!" Seine außerordentliche großzügige Geste kann symbolisch als ein "Geschenk an die Familie" betrachtet werden. Er war sich durchaus der fundamentalen Mission innerhalb der Kirche und der Gesellschaft bewusst. Diesbezüglich schrieb er: "Die gegenseitige Liebe von Menschen, die sich vereinigen, um eine Familie zu gründen ist ein authentisches Echo der göttlichen Liebe" (SK 1326).

3. Möge das Gedächtnis dieses Märtyrers der Liebe den Gläubigen helfen, ohne zaudern das zu vollbringen, was Christus von uns im Evangelium verlangt. Der heilige Maximilian Kolbe ermutigte als ergebenes Kind der Gottesmutter besonders die Familien und die Jugendlichen, damit sie in der Gottesmutter in schweren Stunden eine Stütze und sichere Führung hin zur Heiligkeit finden.

Er ließ sich stets überzeugt von der unbefleckten Jungfrau leiten und pflegte gerne zu sagen, dass "Maria an unser statt an alles denken wird. Sie wird alle Ängste und Schwierigkeiten von uns fernhalten und immer bereit zur Hilfe eilen für unsere leiblichen und geistigen Nöte" (SK 25.56).

[Originaltext: Italienisch; Übersetzung: ZENIT]