"Die Würde der menschlichen Person muss im Zentrum jeder Sichtweise und Handlung stehen"

Zusammenfassung der Predigt von Papst Franziskus in Campobasso

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 341 klicks

Papst Franziskus legte in seiner Predigt in Campobasso den Schwerpunkt auf die grundlegende Bedeutung der Nächstenliebe, Solidarität und Würde des Menschen für die Gesellschaft. Ausgehend vom Beispiel der Jungfrau Maria, die unmittelbar nach der Empfängnis aufbricht, um nach Elisabeth zu sehen, erklärte er, dass der Weg, Gott zu dienen, im Dienst am Bedürftigen und Hilfesuchenden liege. Jeder von uns sei aufgerufen, sich am Werk der Nächstenliebe zu beteiligen und es im eigenen Umfeld, d.h. in der Familie, in der Gemeinde, am Arbeitsplatz und bei den Nachbarn, zu leben: „Das Zeugnis der Nächstenliebe ist der Hauptweg der Evangelisierung. Dabei ist die Kirche immer ‚in der ersten Reihe‘, eine mütterliche und brüderliche Präsenz, die die Schwierigkeiten und Schwächen der Menschen teilt.“

An die Anwesenden gerichtet, bedankte sich der Papst für ihren Einsatz in dieser Richtung und ermutigte sie, ihren Weg fortzusetzen. Der Papst betonte die große Wichtigkeit der Solidarität der Menschen untereinander in wirtschaftlich und sozial so schwierigen Zeiten, in denen viele Menschen unter großen finanziellen Nöten, seelischem Notstand und Arbeitslosigkeit litten, „insbesondere die Arbeitslosigkeit, eine Wunde, die allen Kraftaufwands und des Muts aller bedarf“. Der Papst erinnerte in dem Zusammenhang auch die Institutionen, die Wirtschaft und Industrie an ihre Verantwortung und Pflichten gegenüber den Menschen: „Die Würde der menschlichen Person muss im Zentrum jeder Sichtweise und Handlung stehen. Die anderen Interessen, wenn auch legitim, sind zweitrangig. Im Zentrum steht die Würde der menschlichen Person! Warum? Weil der Mensch das Ebenbild Gottes ist, er nach dem Bild Gottes geschaffen wurde, und wir alle das Ebenbild Gottes sind!“

Die Kirche stehe im Dienst des Nächsten und der Freiheit, die darin bestehe, sich von der Sünde und dem Egoismus in all seinen Formen zu befreien und stattdessen mit Freude Freiheit zu schenken. „Freiheit bedeutet Gott anzubeten, Gott zu dienen und ihm in unseren Brüdern zu dienen“, so der Papst. Diese Freiheit lernten wir kennen, wenn wir uns in den Dienst des Nächsten stellten, frei von Eifersucht, Gerede, Misstrauen und Traurigkeit, die die Gemeinschaft bedrohten. Vor allem die Traurigkeit, so Papst Franziskus, sei gefährlich. Angst, innere Leere, Einsamkeit, Bedauern, Klagen seien negative Erscheinungsbilder, von denen uns Christus befreie. Papst Franziskus ermutigte alle, mit Freude den eigenen Glauben zu leben, dem Nächsten zu dienen und sich der „Madonna della Libera“ anzuvertrauen.