Die Würde des Menschen achten: Hoffnungen von Kardinal Murphy-O'Connor in Bezug auf Europa

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SIBIU, 11. September 2007 (ZENIT.org).- Kardinal Cormac Murphy-O'Connor, Primas von England und Wales, wünscht sich, dass Europa zu einem Ort werden möge, wo die Würde aller seiner Einwohner respektiert wird.



In diesem Sinn äußerte sich der Erzbischof von Westminster während der Lichtvigil, die den Endpunkt der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung im rumänischen Sibiu markierte.

Kardinal Murphy-O'Connor sprach über das Thema der Tagung – „Das Licht Christi scheint auf alle herab: Hoffnung auf Erneuerung und Einheit in Europa“ – und erklärte: „Meine erste Hoffnung ist, dass Europa allen, die hier leben, ein wahres Zuhause sein möge.“ Unter einem „Zuhause“ verstehe er, „dass jeder einzelne Europäer Würde und Wohlergehen erfahren kann, und dass wir unsere enormen Reichtümer und Segnungen stets mit anderen weltweit teilen“.

In der Zusammenkunft der europäischen christlichen Kirchen sehe er ein Zeichen dafür, dass die Zusammenarbeit der Völker und Länder Europas „ein Weg ist, der allen Frieden und Demokratie gewährt“. In diesem Zusammenhang sei die Einheit unter den Christen von fundamentaler Bedeutung. „Unser Zeugnis wird viel eindrucksvoller sein, wenn wir unsere Stimme gemeinsam erheben.“

Die Abgesandten der verschiedenen christlichen Kirchen und Konfessionen verabschiedeten eine gemeinsame Schlussbotschaft, die zehn Empfehlungen enthält und an die Kirchen, Europa und die ganze Welt gerichtet ist. Zu den darin behandelten Themen zählen die Migration, die Suche nach der vollen christlichen Einheit, die Menschenrechte, die Globalisierung, der Welthandel und der Klimawandel.

Ferner wurden die Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa, die so genannte Charta Oecumenica bestätigt. In Empfehlung 6 ist diesbezüglich zu lesen: „Wir empfehlen die Weiterentwicklung der ‚Charta Oecumenica‘ als Anregung und Wegweiser auf unserer ökumenischen Reise in Europa.“

Die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung fand vom 4. bis zum 9. September statt. Sie wurde vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen, der die katholische Kirche repräsentiert, und von der Konferenz Europäischer Kirchen, die 125 kirchliche Gemeinschaften verkörpert, organisiert.