Die Würde des Menschen ist unantastbar: Benedikt XVI. empfängt Gefängnisseelsorger

Zwölfter Internationaler Kongress der internationalen katholischen Kommission der Gefängnisseelsorger

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ROM, 6. September 2007 (ZENIT.org).- Zum Abschluss ihres diesjährigen Kongresses empfing Papst Benedikt XVI. heute, Donnerstag, die internationale katholische Kommission der Gefängnisseelsorger in Audienz. Der Kongress stand im Zeichen des Themas: „Das Antlitz Christi in jedem Häftling entdecken“.



In seiner Ansprache hob der Papst hervor, dass der Dienst der Gefängnisseelsorger viel Geduld und Ausdauer erfordere. Nicht selten komme es zu Enttäuschungen und Frustrationen. Ihr Dienst ermuntere andere, sich ihnen bei der Erfüllung derartiger körperlicher Werke der Barmherzigkeit anzuschließen und so das kirchliche Leben der Diözese zu bereichern. Gleichzeitig würden durch die Arbeit der Seelsorger die ihnen Anvertrauten ins Herz der Kirche gezogen, besonders durch die regelmäßige Teilnahme an der Feier der Sakramente der Beichte und der Eucharistie.

„Die Kapläne und ihre Mitarbeiter sind dazu berufen, Herolde des unendlichen Mitleids und der Vergebung Gottes zu sein. In Zusammenarbeit mit den zivilen Autoritäten ist ihnen die anspruchsvolle Aufgabe anvertraut, den Häftlingen zu helfen, den Sinn des Lebens zu entdecken, so dass sie mit der Gnade Gottes sich ein neues Leben aufbauen können und sich mit ihrer Familie und ihren Freunden versöhnen und – so weit dies möglich ist – die Verantwortung und die Pflichten übernehmen, die es ihnen gestatten, ein ehrliches und rechtes Leben in der Gesellschaft zu führen.“

Die Gerichte und der Strafvollzug sollten zu einer Rehabilitation der Kriminellen beitragen und sie von der Verzweiflung zur Hoffnung, von der Unzuverlässigkeit zur Verlässlichkeit führen.

„Wenn die Bedingungen in den Gefängnissen den Prozess des Wiedergewinnens des Sinns für die eigene Würde und die Annahme der sich daraus ergebenden Pflichten behindern, so verfehlen diese Institutionen eines ihrer fundamentalen Ziele.“

Die öffentlichen Autoritäten sollten immer wachsam sein, so Benedikt XVI. „Sie müssen sich dabei jeglichen Mittels zur Bestrafung enthalten, das die menschliche Würde des Häftlings aushöhlt oder degradiert. Diesbezüglich bekräftige ich, dass ‚das Verbot der Folter unter keinen Umständen gebrochen werden darf‘“ (Kompendium der Soziallehre der Kirche, 404).