Die Würde ist allein ein Geschenk der Liebe Gottes

Papst Franziskus ruft zum festen Vertrauen auf die Liebe Gottes als der einzigen wahren Erlösung aus

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Salvatore Cernuzio | 662 klicks

„Der Herr erlöst uns nicht mit einem Brief, in einem Dekret. Vielmehr hat er uns mit seiner Liebe erlöst“, indem er seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt habe „damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat“.

In den Worten von Papst Franziskus während der üblichen hl. Messe in der Kapelle des „Domus Sanctæ Marthæ“, die er in Konzelebration mit den Kardinälen Sodano und Comastri feierte, fand an diesem Vormittag die österliche Botschaft einen lebendigen Nachklang. Unter den Teilnehmern an der hl. Messe befanden sich unter anderem Angestellte der „Fabbrica di San Pietro“ und die italienische Innenministerin Anna Maria Cancellieri in Begleitung ihrer Angehörigen.

Ausgehend vom Evangelium der Tagesliturgie stellte der Heilige Vater die Liebe Gottes zur Menschheit in das Zentrum seiner kurzen Predigt: Er charakterisierte diese als „Liebe, die so groß ist, dass sie ihn drängt, seinen Sohn zu senden, der zu einem von uns geworden ist und mit uns ging.“ Nach den Worten des Papstes sei dies „unsere Erlösung“.

Daraufhin stellte der Papst folgende Frage in den Raum: „Was bedeutet nun dieseErlösung? Was bedeutet es, erlöst zu werden?“ Laut Franziskus bedeute es, erneut von Gott „die Würde“ seiner Kindschaft zu empfangen, Dies sei eine Würde, die ein Wachstum erfahre bis zur endgültigen Begegnung mit ihm“, und die „der Weg der Erlösung“ sei. Aus diesem Gedanken zog Papst Franziskus folgendes Fazit: „Und das ist schön. Dies bewirkt allein die Liebe. Wir sind würdig, wir sind Männer und Frauen der Hoffnung. Daher werden wir durch die Liebe erlöst“.

Nach den Worten des Papstes sei diese Würde jedoch verloren gegangen. Die Menschen hätten jene Hoffnung vergessen, die Gott ihnen geschenkt hat und immer noch schenkt. Franziskus zufolge habe dies die Konsequenz, dass die Menschen manchmal angesichts der Schwierigkeiten glaubten, „es schaffen zu können“, sich selbst genug zu sein und alles auf Sicherheiten und Götzen setzen.

Als Beispiel dafür nannte der Heilige Vater das Geld. Er führte aus: „Manchmal denken wir: ‚Ich bin in Sicherheit, ich habe Geld und alles … oder: ‚Ich habe Würde: Die Würde eines reichen Menschen‘“. Der Papst betonte jedoch, dass dies nicht genüge, und erinnerte an jenes Gleichnis aus dem Evangelium, bei dem ein Mann der seine Kornkammer mit großen Reichtümern auffüllte und dann sagte: „Ich werde eine weitere anlegen, um noch mehr zu haben; dann werde ich ruhig schlafen können.”

Franziskus sprach in diesem Zusammenhang folgende Mahnung aus: „Diese Art von Erlösung ist nicht in Ordnung. Es handelt sich um eine provisorische und auch eine scheinbare Erlösung!“ So habe Gott zu diesem Mann Folgendes gesagt: „Du Narr! An diesem Abend noch wirst du dein Leben verlieren.“

Im weiteren Verlauf der Predigt wies der Papst darauf hin, dass die Menschen manchmal auch glaubten, sich durch Eitelkeit oder Stolz erlösen zu könnten und dass sie sich für mächtig hielten. Doch auch dies sei nicht in Ordnung. Es sei nur ein „Verbergen unserer Armut und unserer Sünden hinter der Maske der Eitelkeit und des Stolzes …Und auch das wird ein Ende haben.“

Laut Franziskus gebe es eine einzige Erlösung, eine „wahreErlösung“. Diese liege „in der uns von Gott geschenkten Würde, die uns Christus mit Ostern gegeben hat“. Es folgte ein Ausruf, gleichsam ein Seufzer der Erleichterung, ein Ausdruck des einfachen Geistes von Papst Bergoglio: „Es ist schön, an die Liebe zu glauben.Das ist die Wahrheit.Das ist die Wahrheit unseres Lebens!“

Am Ende der Predigt sprach Franziskus die Einladung aus, „heute einen Akt des Glaubens zu vollbringen”, und stimmte folgendes Gebet an: „Herr, ich glaube. Ich glaube an deine Liebe. Ich glaube, dass deine Liebe mich erlöst hat. Ich glaube, dass deine Liebe mir jene Würde gegeben hat, die ich nicht hatte. Ich glaube, dass deine Liebe mir Hoffnung gibt“. Abschließend wandte sich der Papst mit folgenden Worten an die Gläubigen: „Lasst uns nun, gestärkt durch diesen Glauben, unser Herz öffnen, auf dass diese Liebe zu uns komme, uns erfülle und uns zur Liebe unserer Nächsten dränge. So soll es sein.“