Die zehn Schutzpatrone des Weltjugendtages 2008 in Sydney (Australien)

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ROM, 31. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Der Päpstliche Rat für die Laien und das Organisationskomitee des 23. Weltjugendtages (WJT 2008) haben zehn Fürsprecher für das große Glaubensfest ausgewählt, das im Juli kommenden Jahres in Sydney (Australien) stattfinden wird.



Der nächste Weltjugendtag wurde nach einem Bericht der italienischen Ausgabe des „Osservatore Romano“ vom Samstag vor allen unter den besonderen Schutz der Muttergottes gestellt, die in Australien insbesondere als „Unserer Lieben Frau von der guten Hilfe unterm Kreuz des Südens“ verehrt wird, und der heiligen Theresia von Lisieux (als Schutzpatronin des gesamten australischen Kontinentes und der Missionen). Unter den übrigen Heiligen, Seligen und Dienern Gottes befindet sich auch der „Erfinder“ der Weltjugendtage, der Diener Gottes Papst Johannes Paul II.

Fünf Schutzpatrone haben unmittelbar mit Australien und Ozeanien zu tun. Unter ihnen ist die selige Mary McKillop, die erste australische Frau, die einen Orden gründete. Ihre Kongregation „Sisters of St Joseph“ entstand am 19. März 1866 in Penola in Südaustralien. Die Angehörigen widmen sich den armen Kindern, die eine solide Erziehung und Schulausbildung erhalten. Die „Brown Josephites“ – aufgrund ihres braunen Habits – breiteten sich von Adelaide aus rasch in ganz Australien aus.

Der selige Pietro To Rot, Katechet aus Papua-Neuguinea, war der Sohn eines Häuptlings. Der Familievater stand als Gefangener in einem japanischen Konzentrationslager für den Glauben ein. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er brutal ermordet.

Der heilige Peter Chanel, französischer Missionar und Märtyrer, wirkte auf den Wallis-Inseln. Sein Bemühen um die Verbreitung des Evangeliums war zunächst nur von wenig Erfolg gekrönt. Als sich jedoch der Häuptlingssohn taufen lassen wollte, sah Häuptling Niuliki seine Autorität gefährdet und beauftragte seinen Schwiegersohn Musumusu mit der Ermordung Chanels. Nur wenige Jahre nach seiner Ermordung hatte sich die ganze Bevölkerung taufen lassen. Pierre Chanel ist heute der Schutzpatron Ozeaniens. Am Ort seines Martyriums wurde die Basilika Saint Pierre Chanel errichtet. Er wurde am 16. November 1889 von Papst Leo XIII. selig gesprochen. Seine Heiligsprechung durch Papst Pius XII. erfolgte am 13. Juni 1954.

Der selige Pier Giorgio Frassati ist ein junger Italiener. Er war Mitglied der Katholischen Aktion und soll für den WJT 2008 als Schüler und Sportler zum Vorbild werden. Frassati wuchs in einem religionsfeindlichen Elternhaus auf. Als er zur Schule ging, die von Jesuiten geleitet wurde, fand er zum Glauben. Die Lektüre der Heiligen Schrift, die Eucharistie und die Verehrung der Jungfrau Maria wurden die Grundpfeiler seines geistlichen Lebens. Kurz vor Abschluss seines Studiums erkrankte er an Kinderlähmung. Er hatte sie sich bei seinen Besuchen in den Elendsvierteln Turins zugezogen, wo er sich um die Bedürftigen kümmerte. Pier Giorgio Frassati starb bald darauf im Alter von 24 Jahren.

Als geistige Lehrerin von Johannes Paul II. steht die heilige Faustina Kowalska (1905-1938), eine Verfechterin der Verehrung der Göttlichen Barmherzigkeit, deren Kernbotschaft – „Jesus, ich vertraue auf dich“ – den Glauben des Christen „an die Allmacht der barmherzigen Liebe Gottes“ zusammenfasst.

Zur Liste der zehn WJT-Schutzpatrone gehört außerdem Maria Goretti, die Märtyrerin der Reinheit. Maria Goretti aus Nettuno in der Nähe von Rom wurde im Alter von elf Jahren am 6. Juli 1902 von Alessandro Serenelli ermordet, nachdem er versucht hatte, sie zu missbrauchen. Papst Pius XII. sprach sie am 24. Juni 1950 heilig. Er bezeichnete sie als „kleine liebe Märtyrerin der Reinheit“.

Die selige Mutter Teresa von Kalkutta, Gründerin der „Missionaries of Charity“, zählt ebenfalls zu den Fürsprechern. Sie hatte zu Lebzeiten auch eine Niederlassung ihres Ordens in Sydney begründet. Die Schwestern wirken in Australien unter den Armen in Surrey Hills.

Mutter Teresa wurde als Agnes Gonxha Bojaxhiu am 26. August 1910 in Skopje in Mazedonien in einer albanischen Familie geboren. Um den unendlichen Durst Jesu am Kreuz nach Liebe und Seelen zu löschen und für die „Rettung und Heiligung der Ärmsten der Armen arbeiteten“, gründete sie 1950 die Kongregation der Missionarinnen der Nächstenliebe.

Der nächste Weltjugendtag (15. – 20. Juli 2008) steht unter dem Motto: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein“ (Apg 1,8). Diesem Leitgedanken der „freudigen Begegnung des Glaubens“, wie sich Papst Benedikt XVI. am 4. Juli ausdrückte (vgl. Aufruf zur geistigen Vorbereitung), widmete der Heilige Vater den „Entwurf einer Meditation“. Sie soll die jungen Menschen dazu anregen, den Glauben an den Heiligen Geist zu vertiefen und zu überprüfen (vgl. Botschaft Benedikts XVI. zum 23. Weltjugendtag).