Die Zukunft der Kirche im Nahen Osten

Die Patriarchen der sieben katholischen Riten begegnen Benedikt XVI.

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ROM, 18. September 2009 (ZENIT.org).- Der immer stärkere Fundamentalismus im Nahen Osten, der die Christen beunruhigt; die Bedeutung des islamisch-christlichen Dialogs; der Status des orientalischen katholischen Patriarchen innerhalb der Weltkirche sowie die Kirchenjurisdiktion in Kuwait und in den Ländern am Persischen Golf: All diese Themen werden die Oberhäupter der sieben katholischen Riten der Region des Nahen Ostens morgen, Samstag, während ihres Empfangs im Vatikan vor Papst Benedikt XVI. bringen.



Der maronitische Patriarch Nasrallah Boutros Sfeir, der armenische Katholikos Bédros XIX. und der Patriarch von Antiochien der Syrer, Ignace Youssef III. Younane, sind bereits am gestrigen Donnerstag in Rom eingetroffen. Ihnen folgten heute der melkitische Patriarch Gregorios III., der Patriarch der Chaldäer, Emmanuel Delly, der lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, und schließlich der Patriarch von Alexandrien der katholischen Kopten, Antonios Nagib.

Die Erwägungen der Patriarchen sind in einer Note zusammengefasst, die dem Papst überreicht werden wird. Hauptgegenstand der Begegnung der Patriarchen mit Benedikt XVI. sind die Fragen zur Stellung ihrer katholischen Ostkirchen innerhalb der Weltkirche sowie weitere ekklesiologische Themen. Zu diesen gehört auch das Problem der kirchliche Jurisdiktion in Kuwait und der anderen Emirate des Persischen Golfs. In den letzen Jahren kam es zu einer massiven Einwanderung von Christen in diese Länder, die dem dortigen wirtschaftlichen Aufschwung gefolgt sind. Die katholischen Ostkirchen wollen deshalb dazu einladen, über die Tatsache nachzudenken, dass historisch gesehen die Region Teil des antiochenischen Ritus sein sollte.
 
Ein weiterer wichtiger Gesprächsgegenstand wird die große Sorge der Patriarchen um die Christen im Nahen Osten sein. Diese seien der Herausforderung seitens des islamischen Fundamentalismus ausgesetzt, der vor allem in Ägypten und im Irak immer stärker werde. In dieser Hinsicht wollen die Patriarchen die Bedeutung eines internationalen und gemeinsam abgestimmten Vorgehens hervorheben, um die von Palästina erlittenen Ungerechtigkeiten zu vergelten. Diesbezüglich raten die Patriarchen zu einer gerechten Regulierung, die das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat einschließt. Erneut heben die Oberhäupter der katholischen Ostkirchen die Bedeutung des christlich-islamischen Dialogs hervor.
 
Es ist vorgesehen, dass die Patriarchen während ihres Aufenthalts in Rom am 21. und. 22. September an einer Sitzung teilnehmen werden, innerhalb derer die ersten Vorbereitungen zu einer Sondersynode der Bischöfe für den Nahen Osten getroffen werden. Die Sondersynode soll 2010 im Vatikan stattfinden.