Diego Alves: Die heilige Jungfrau begleitet mich in jedem Spiel

Der brasilianische Torhüter des FC Valencia erzählt von seiner Verehrung für die Muttergottes von Aparecida

Rom, (ZENIT.org) Federico Cenci | 266 klicks

In Valencia gibt es einen jungen Mann, der von Beruf Torhüter eines Fußballvereins ist und ein ganz besonderes Paar Handschuhe besitzt. Mit ihnen wehrt er nicht nur auffällig viele Elfmeterstöße ab, sondern auch eine ganze Menge klischeehafter Vorstellungen über Fußballspieler. Vor allem aber hat er das Bild der Muttergottes von Aparecida darauf drucken lassen, die in Brasilien sehr verehrt wird.

Denn Brasilien ist die Heimat dieses jungen Mannes von 28 Jahren, auch wenn er italienische Vorfahren hat, die aus Rovigo stammten. Sein Name ist Diego Alves, und er besitzt den Ruf, einer der besten Torhüter der Welt zu sein. Deshalb wurde er auch in die brasilianische Nationalmannschaft aufgenommen und erstklassige Vereine wie etwa der FC Barcelona sich für ihn interessieren.

Sein Handwerk lernte Alves an einer Fußballschule in Rio de Janeiro, dem „Clube de Regatas RP“, und sein Debüt als Profispieler gab er im Botafogo SP. Hier machte er sich so gut, dass er 2004 vom Atletico Mineiro angeheuert wurde. Nachdem er dazu beigetragen hatte, seinen Jugendverein wieder in die Elite des brasilianischen Fußballs zurückzuführen, wanderte Alves 2007 nach Spanien aus, wo er vom UD Almeria verpflichtet wurde. Hier wurde er von den Fans zunächst eher skeptisch betrachtet, konnte jedoch bald ihr Vertrauen gewinnen. Auch die großen Vereine fingen an, sich für ihn zu interessieren. 2011 kam er zum FC Valencia, der ihm Gelegenheit bot, seinen Erfahrungsschatz zu mehren und seinen Ruf als Elfmeter-Spezialist auszubauen. Seit er in Spanien spielt, hat Alves 12 von 24 Elfmeterstößen gehalten, die gegen sein Tor geschossen wurden. Fünfzig Prozent: Niemand hat ein vergleichbares Ergebnis vorzuweisen.

Alves ist aber auch für andere Eigenschaften bekannt, die mit seiner Bravur als Torhüter nichts zu tun haben. Er widerspricht dem stereotypen Bild, das man sich von einem Fußballspieler macht. Im spanischen Fußballmilieu erregte Alves nicht deshalb Aufsehen, weil er seinen Körper volltätowiert oder eine Beziehung zu irgendeinem Mädchen begonnen hätte, sondern weil er einen tiefen christlichen Glauben besitzt. Als er seinen Dienst am FC Valencia antrat, erklärte er vor den Journalisten, die ihn auf der Pressekonferenz befragten: „Die heilige Jungfrau begleitet mich in jedem Spiel. Ich bin ein sehr gläubiger Mensch, und sie wird mich nie verlassen.“

Diego Alves ist ein großer Verehrer der Muttergottes von Aparecida. Seine Verehrung zeigt er auch dadurch, dass er vor jedem Spiel eine kleine Medaille küsst, die von eben jenem Heiligtum kommt, das auch Papst Franziskus anlässlich seiner Reise nach Brasilien vergangenen Sommer besuchte.

„Diese Medaille ist ein Geschenk meiner Tante, die sehr gläubig war. Sie hat sie mir in einem schwierigen Augenblick meines Lebens gegeben“, erklärte Alves bei einem Treffen mit jungen spanischen Katholiken. „Sie hat sie mir geschenkt, und die Medaille hat mir Trost gebracht. Ich habe mich wohler gefühlt. So habe ich angefangen, die Muttergottes besser kennenzulernen.“ Und seit er sich ihr Bild auf die Handschuhe hat drucken lassen, „nehme ich sie mit in jedes Spiel; sie gibt mir Sicherheit und Ruhe.“

Außer der Muttergottes von Aparecida war für die Karriere von Diego Alvares auch seine Familie wichtig. Er selbst erzählt es so: „Die Familie ist die größte Sicherheit, die wir besitzen. Für mich ist sie die Grundlage für alles gewesen. Wenn ich heute hier bin und ein rechtes Leben führe, verdanke ich das meiner Familie.“

In einer Welt der Millionäre, wie es die des Fußballs ist, klingen die Worte von Diego Alves seltsam fremd. Doch wenn man genau hinsieht, gibt es viele Fußballprofis, die, statt sich mit den oberflächlichen Freuden des Erfolgs zu begnügen, ihren Blick nach oben richten. Nicht wenige (und nicht nur Südamerikaner) gehören den „Athleten Christi“ an, einem Verein, der sich vom Evangelium inspirieren lässt. Viele sind katholisch. Die spanischen Medien interessierten sich bereits für den Glauben des erfahrenen paraguayischen Spielers Roque Santa Cruz und des Spielers der spanischen Nationalmannschaft Jesus Navas, der Schienbeinschützer mit der Aufschrift „Gott ist die Liebe“ trägt.

In Italien kennt man den Glauben von Javier Zanetti, dem langjährigen Kapitän von Inter Mailand, der in seinem Heimatland Argentinien eine Stiftung ins Leben gerufen hat, die sich der Armen annimmt. Argentinier ist auch der ehemalige Fußballspieler Abel Balbo, der eine besondere Verehrung für die Muttergottes von Luján hat, deren Bild er sich auf die Armschleife drucken ließ, die er trug, als er Kapitän des FC Rom war. So ähnlich wie Diego Alves. Klare Zeichen, die uns vor Augen führen, dass nicht alle Fußballspieler beschlossen haben, dem Mammon zu dienen.