Digitalisierungsprojekt der Vatikanischen Bibliothek und der Bodleian Library

Kostbare Handschriften und Inkunabeln werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 277 klicks

Die „Bodleian Libraries of the University of Oxford“ und die „Biblioteca Apostolica Vaticana“ (BAV) (Vatikanische Bibliothek) arbeiten gemeinsam an einem Digitalisierungsprojekt, das in den nächsten vier Jahren die Digitalisierung von 1,5 Millionen Seiten aus den Bibliotheksbeständen der beiden Bibliotheken vorsieht. Durch die Digitalisierung werden Raritäten nicht nur der Forschung, sondern auch der allgemeinen Öffentlichkeit online und kostenlos zugänglich gemacht, wobei der kostbare Bücherbestand nicht weiter in Mitleidenschaft gezogen wird.

Ermöglicht wurde das aufwendige und kostspielige Projekt durch die großzügige Finanzierung der „Polonsky Foundation“. Sie stellte 2 Millionen Pfund für die Digitalisierungsmaßnahmen zur Verfügung. Die „Polonsky Foundation“ wird von Dr. Leonard Polonsky, einem jüdischen Literaturwissenschaftler und Unternehmer, geführt. Über das Projekt äußerte er, dass es einen wichtigen Schritt in Richtung Demokratisierung des Zugangs zu Informationen und Quellen darstelle. Die Technologie des 21. Jahrhunderts ermögliche die Zusammenarbeit zwischen Kulturinstitutionen, die wie im Fall der „Bodleian Library“ und der BAV zwei der bedeutendsten Bibliotheksbestände allgemein zugänglich mache.

Die Digitalisierungsmaßnahme umfasst vor allem drei Hauptgruppen von Texten: hebräische Manuskripte, griechische Manuskripte und Inkunabeln oder gedruckte Bücher aus dem 15. Jahrhundert. Die Auswahl wurde aufgrund der Bedeutung dieser Texte getroffen. Den Auftakt nahm jedoch eine kleinere Gruppe von Bibeln und Bibelkommentaren, die wegen ihrer besonderen geschichtlichen Bedeutung ausgewählt worden waren. Dazu zählen, wie kath.net berichtet, zwei Exemplare der Gutenberg-Bibel des Mainzer Druckers Johannes Gutenberg aus dem Jahr 1454 und 1455.