Dogmatik verbindet
Der Papst hat dem Regensburger Bischof die Herausgabe seines Gesamtwerks anvertraut
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Von Regina Einig
Dem Vernehmen nach hatte Ratzinger schon während seiner Amtszeit als Präfekt der Glaubenskongregation Angebote zur Veröffentlichung seiner Schriften erhalten – und abgelehnt. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zitiert den Direktor der Libreria Editrice Vaticana, Don Costa, der Papst habe anfangs seine Zustimmung nicht geben wollen, sich dann aber überzeugen lassen. Der Herausgeber freut sich über den Vertrauensbeweis aus dem Apostolischen Palast: „Mit der Diözese Regensburg ist er auf besondere Weise verbunden. Im Gesamt seines wissenschaftlichen Wirkens war er hier am längsten beheimatet. Natürlich ist es auch ein großer Vertrauensbeweis mir gegenüber, dass er mich beauftragt hat, diese Aufgabe zu übernehmen. Ausschlaggebend für die Entscheidung war meine eigene Tätigkeit als Hochschullehrer sechzehn Jahre in München und meine Arbeit bei der Internationalen Theologischen Kommission in Rom. Die Dogmatik verbindet uns. So haben wir hier die theologische Kompetenz mit Professor Rudolf Voderholzer und die Garantie einer Stabilität für das Projekt, weil die Diözese dahintersteht. Eine besondere Qualität bekommt die Ausgabe auch dadurch, dass der Heilige Vater seine Gesammelten Schriften mitgestalten kann und unmittelbar Einfluss auf die Anordnung und Auswahl der Texte vornehmen kann. Hier entsteht keine reine Archivsammlung, sondern ein weiteres – lebendiges – Zeugnis der Theologie Joseph Ratzingers/Papst Benedikts XVI.“
Benedikt XVI. sei einer der herausragendsten Theologen, Geisteswissenschaftler und eine bedeutende Persönlichkeit auf dem Gebiet der Zeitgeschichte, so Müller wörtlich. Wenn in den nächsten Jahren eine intensive Beschäftigung mit seiner Theologie weitergehe, „dann sind wir ,live‘ dabei, wie Theologiegeschichte geschrieben wird. Wir haben es ja mit dem ,Jesus-Buch‘, das letztes Jahr erschienen ist, beobachten können. Plötzlich war Jesus Christus Thema in allen gesellschaftlichen Bereichen. Es war nicht nur ein Jesus-Buch mehr. Es war das Buch Joseph Ratzingers/Benedikts XVI., der bereits seit einem halben Jahrhundert den Menschen mit seinen Gedanken in Predigten und Büchern vertraut ist. All dies gut und kompetent aufzubereiten und einem breiten Publikum vorzulegen, ist ein Meilenstein der Kirchen- und Theologiegeschichte.“
Im zweiten Band, der im nächsten Frühjahr erscheinen soll, wird erstmals die ungekürzte Habilitationsschrift von Joseph Ratzinger veröffentlicht. Die Urfassung der Arbeit war vom Zweitkorrektor, dem renommierten Münchner Dogmatiker Michael Schmaus (1897–1993), abgelehnt worden. Ratzinger zufolge unterstellte ihm Schmaus dabei einen „gefährlichen Modernismus“.
Die offizielle Eröffnung des Papst Benedikt Instituts ist im Herbst geplant. Es ist im Regensburger Priesterseminar St. Wolfgang untergebracht. Dort werden zurzeit die Räume für den Institutsbetrieb umgebaut. Innerhalb der Diözese Regensburg bildet es im Bischöflichen Ordinariat eine eigene Abteilung, die unmittelbar dem Bischof zugeordnet ist. Der Direktor wird vom Herausgeber für jeweils fünf Jahre ernannt. Erster Direktor des Instituts ist Rudolf Voderholzer. Bischof Müller unterstreicht, dass „das Institut ein Ort sein wird, an dem Leben, Denken und Wirken des Theologen, Bischofs und Papstes Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. umfassend dokumentiert und somit der Erforschung zugänglich gemacht wird. Wir werden den Disput natürlich selber mit der Organisation internationaler Symposien eröffnen. Dadurch wird sich Regensburg zum Zentrum der Beschäftigung mit der Theologie und der Person Joseph Ratzingers/Papst Benedikts XVI. entwickeln.“
[Nähere Informationen und die vollständige Titelübersicht werden im Internet abrufbar sein unter www.institut-papst-benedikt.de; © Die Tagespost vom 14. Juni 2008]


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