Dokumente zum Pontifikat Pius XI. ab 2006 öffentlich zugänglich

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ROM, 20. Januar 2005 (ZENIT.org).- Ab 2006 werden die umfangreichen Archive des Vatikans über die Zeit des Pontifikats Papst Pius XI. (1922-1939) öffentlich zugänglich sein. Möglich machen das vier Forscher, die vier Jahre unermüdlich gearbeitet haben.



Pius XI. erlebte als Papst die Regierungen Hitlers, Stalins und Mussolinis. Er "löste die 'römische Frage' mit den Lateranverträgen, beschützte und förderte die Katholische Aktion, feierte 1925 das Heilige Jahr und 1933/34 das außerordentliche Heilige Jahr und plante ein riesiges Missionsprojekt, das sogar China mit einbezog. Seine Tätigkeit erstreckte sich auch auf die Welt im Osten", erklärte Pater Sergio Pagano, Präfekt des vatikanischen Geheimarchivs, in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung "Avvenire".

Pius XI. habe "die Wissenschaft mit anderen Augen gesehen". Verantwortlich sei er des Weiteren für die Aufnahme "diplomatischer Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und zahlreichen Staaten in der Welt" gewesen. "Das und vieles mehr zeigen die Dokumente, die während seines Pontifikats entstanden und für Historiker bald zugänglich sind."

Der Barnabiten-Pater erinnerte an eine Pressemeldung aus dem Jahre 2002, wonach nach der Freigabe der Akten aus dem Pontifikat Pius XI. vorrangig daran gearbeitet werde, den Zugang zu jener Dokumentation zu ermöglichen, die die Beziehungen des Heiligen Stuhls mit dem nationalsozialistischen Regime in Deutschland zur Zeit Pius XII. (1939-1958) erhellt. Die betroffene Dokumente seien gemäß einem Auftrag von Papst Paul VI. in den 12 Bänden der "Actes et Documents du Saint-Siège Relatifs à la Seconde Guerre Mondiale" bereits teilweise veröffentlicht worden.

Dazu komme der seit Mai 2004 öffentlich zugängliche Fundus des vatikanischen Informationsbüros für Kriegsgefangene, in dem Dokumente aus den Jahren 1939 bis 1947 zu finden sind – Resultat einer dreijährigen Arbeit von sieben Wissenschaftlern. Zusätzlich stünden die Archive "der Nuntiaturen in München und Berlin bis zum Jahre 1939" seit über einem Jahr offen, fügte Pater Pagano hinzu.