Domingo (Dominikus) de la Calzada (1019-1109)

Eremit und Gründer von Santo Domingo de la Calzada

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 223 klicks

Domingo García wurde 1019 in Viloria de Rioja (Burgos) geboren. Er entschloss sich, seinen Leben Gott zu weihen und wollte deshalb in ein Kloster eintreten. Doch der Hirte wurde weder im Kloster San Millán de Yuso noch im Kloster Valvanera angenommen.

Deshalb zog sich Domingo als Eremit in die Gegend der heutigen Stadt Santo Domingo de la Calzada zurück. Als er dort in den einsamen Wäldern lebte, wurde er sich der großen Schwierigkeiten bewusst, mit denen die Pilger zu kämpfen hatten, die auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela die unsichere und unwirtliche Gegend durchqueren mussten. So entschloss er sich, ihnen zu helfen. Er errichtete 1044 eine Brücke, die über den Oja führte, und eine Herberge, die die Pilger aufsuchen konnten. Außerdem baute er das Straßennetz aus. Großzügige Unterstützung bei seinen Unternehmungen erhielt Domingo von Alfons VI. von Kastilien, der ihm Land schenkte, um darauf 1106 eine Kirche zu errichten.

Domingo starb am 12. Mai 1109. Seine sterblichen Überreste wurden in der Kathedrale von Santo Domingo de la Calzada bestattet. Der Ort, der nach dem Heiligen benannt wurde, entwickelte sich zu einer blühenden Kleinstadt und einer der wichtigsten Stationen auf dem Jakobsweg.

Auch heute noch erzählt man sich in dem Ort eine Legende, die eigentlich Jakobus dem Älteren zugeschrieben wird, die aber in der Version von Santo Domingo de la Calzada mit dem Ortsheiligen in Verbindung gebracht wird. Demnach befand sich eine aus deutschem Gebiet stammende Familie auf der Pilgerreise nach Santiago de Compostela und kehrte in einem Wirtshaus vor Ort ein. Die Tochter des Wirtes verliebte sich sogleich unsterblich in den jungen Mann, der ihre Liebe aber nicht erwiderte. Die Verschmähte versteckte aus Rache einen Silberbecher im Gepäck des Angebeteten, damit er für den vermeintlichen Diebstahl gehängt werde. So geschah es auch, doch der heilige Domingo konnte den bereits am Galgen hängenden jungen Mann retten. Als der Bischof von der merkwürdigen Geschichte erfuhr, saß er gerade bei Geflügel zu Tisch und bemerkte, dass eher den zur Mahlzeit vorgesetzten Tieren Flügel wüchsen, als dass ein Gehenkter am Leben bliebe. Daraufhin erhoben sich die beiden Hühnertiere vom Teller und flogen davon. Bis heute erinnert ein Hühnerkäfig mit einem Hahn und einer Henne an der südlichen Westwand in der Kathedrale an die Begebenheit. Kräht der Hahn, wenn ein Pilger die Kirche betritt, so ist dem Pilger eine glückliche Pilgerfahrt beschienen. Das Halten lebender Hühner ist in der Kathedrale seit 1350 mit einem Dokument von Clemens VI. erlaubt.