Dominikanische Republik bekräftigt Gegnerschaft zur Abtreibung

Das Recht auf Leben ist unantastbar

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SANTO DOMINGO, 22. September 2009 (ZENIT.org).-In der Dominikanischen Republik wurde der Schutz des ungeborenen Lebens jetzt verfassungsrechtlich geschützt. Die von der Nationalversammlung zur Überprüfung der Verfassung der Dominikanischen Republik eingesetzte Kommission entschied sich am 17. September dafür, den Grundsatz, dass das Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum Tod unantastbar ist, als Prinzip in der Verfassung zu verankern.

Die eingesetzte Kommission der dominikanischen Regierung hat in seiner zweiten Lesung den umstrittenen Artikel 30 des Entwurfs zum Lebensrecht, der durch die Exekutive übermittelt worden war, bestätigt. Er wurde als Artikel mit der neuen Nummer 38 in die Verfassung aufgenommen. Bei der endgültigen Abstimmung der 162 Abgeordneten und Senatoren kam die Gesetzesvorlage zum Schutz der Unantastbarkeit des Lebens auf 127 Ja- und 34 Nein-Stimmen und erreichte somit die nötige Mehrheit.

Die Priester Luis Rosario und Manuel Ruiz, die bei der Sitzung am Donnerstag anwesend waren, begrüßten die Entscheidung der Abgeordneten. Rosario sagte, dass die Achtung des Rechts auf Leben in der Dominikanischen Republik ein Beispiel für die ganze Welt sei.

Bei der Abstimmung befürworteten 127 das neue Gesetz, wobei für die Änderung nur 108 Stimmen erforderlich gewesen wären, bestätigte Dominikanische Republik Info. Der rechtsgültig gewordene Vorschlag lautet: „Das Recht auf Leben ist von der Empfängnis bis zum Tod unantastbar. In keinem Fall kann die Todesstrafe angedroht oder verhängt werden."

Die Annahme der Gesetzesvorlage erfolgte im Anschluss einer intensiven Debatte, mit 19 Eingaben seitens der beiden konträren Standpunkte, die sich unter den Mitgliedern der verfassungsgebenden Versammlung herauskristallisiert hatten. Einige Vorlagen, die unter gewissen Umständen Ausnahmen zulassen wollten, wurden zur Abstimmung gebracht und mehrheitlich abgelehnt. Darunter auch der Vorschlag des stellvertretenden Präsidenten Julio Cesar Valentin, der um die Aufnahme von vier Artikeln der amerikanischen Konvention für Menschenrechte bat, in denen es heißt: „Das Recht auf Leben ist im Allgemeinen von der Empfängnis bis zum Tod unantastbar. In keinen Fall darf die Todesstrafe angedroht oder verhängt werden." Dieser Artikel wurde auch in erster Lesung abgelehnt.

Die katholische Kirche hatte ihren Standpunkt schon im April angesichts der ersten Abstimmung dieses Gesetzesartikel durch eine Stellungnahme von Kardinal Nicolás de Jesús López Rodríguez klargemacht. „Das dominikanische Volk wacht aufmerksam über die Entscheidungen des Gesetzgebers und achtet sehr darauf, wer sich bei der Abstimmung für das Leben oder für den Tod entscheidet", erklärte der Kardinal damals. Der Kardinal sprach sich während einer Vigilfeier in der Kathedrale von Santo Domingo für den Schutz des Lebens und die Bewahrung des Artikels Nummer 30 des aktuellen Gesetzentwurfs, der zur Reform stand, aus, so wie sie in erster Lesung gebilligt worden war.