Don Filippo Smaldone (1848-1923)

Ein Leben für die Gehörlosen

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 345 klicks

„Der hl. Filippo Smaldone, der aus dem Süden Italiens stammte, verstand es, die besten Tugenden seiner Heimat in sein Leben zu übertragen. Als Priester mit einem großen Herzen, genährt durch das ständige Gebet und die eucharistische Anbetung, war er vor allem Priester und Diener der Nächstenliebe, die er in herausragender Weise im Dienst an den Armen zum Ausdruck brachte, besonders an den Taubstummen, denen er sich selbst ganz widmete. Das Werk, das er begonnen hat, wird dank der von ihm gegründeten Kongregation der Salesianerinnen der Heiligen Herzen weitergeführt und ist inzwischen in verschiedenen Teilen Italiens und der Welt verbreitet. In den Taubstummen sah der hl. Filippo Smaldone den Widerschein des Bildes Jesu, und wiederholt pflegte er zu sagen, dass man sich vor einem Taubstummen so niederknien solle, wie man sich vor dem Allerheiligsten Sakrament niederkniet. Entnehmen wir seinem Vorbild die Aufforderung, die Liebe zur Eucharistie und die Liebe zum Nächsten immer als untrennbar anzusehen. Ja, die wirkliche Fähigkeit, die Brüder zu lieben, kann nur aus der Begegnung mit dem Herrn im Sakrament der Eucharistie entstehen.“ Mit diesen Worten beschrieb Benedikt XVI. den heiligen Filippo Smaldone während der Heiligsprechung am 15. Oktober 2006 auf dem Petersplatz.

Filippo Smaldone wurde am 27. Juli 1848 in Neapel geboren. Er wuchs in einer christlich geprägten Umgebung auf. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie empfing der Heilige am 23. September 1871 die Priesterweihe.

Eines Tages begegnete er in der Kirche einem taubstummen Kind, das untröstlich in den Armen seiner Mutter weinte. Die Mutter vermochte das Kind nicht zu beruhigen. Don Smaldone begriff in dem Moment, dass seine Berufung in der Fürsorge für gehörlose Menschen lag. Er wendete daraufhin seine ganze Kraft auf, um Methoden und Mittel zu entwickeln, auch den Gehörlosen eine christliche Erziehung zu vermitteln.

Don Smaldone zog 1885 nach Lecce, wo er am 25. März desselben Jahres den Orden der Salesianerinnen der Heiligen Herzen gründete, der heute mit vier Delegationen in Europa, Lateinamerika, Afrika und Asien in neun Staaten mit insgesamt 43 Gemeinschaften vertreten ist.

1898 gründete der Heilige in Rom ein Institut, das heute den Namen „Istituto Comprensivo 'Filippo Smaldone' “trägt. 1940 erwarb das Institut ein Grundstück an der Via Prenestina in Rom, wo 1948 das heutige Gebäude errichtet wurde. Seit 1949 unterrichten und bilden hier die Schwestern gehörlose Kinder und Jugendliche aus. Die Schwestern boten außerdem den Kindern des Viertels Katechismus-Unterricht an und bauten einen engen Kontakt zur Gemeinde auf. Seit 1955 besuchten auch hörende Kinder aus dem Viertel den Kindergarten und die Grundschule des Instituts.

Das Konzept, sich der Welt zu öffnen und christliche Werte zu vermitteln, unterscheidet das Institut in Rom bis heute. Schulprojekte, religiöse Initiativen und Sportveranstaltungen erziehen zu gegenseitigem Respekt und zu einer Lebensauffassung, die auf den Werten des christlichen Glaubens basiert.

Don Filippo Smaldone starb am 4. Juni 1923 in Lecce, wo er auch seine letzte Ruhestätte fand. Er wurde am 12. Mai 1996 durch den seligen Johannes Paul II. seliggesprochen. Seine Heiligsprechung erfolgte am 15. Oktober 2006 durch Benedikt XVI. auf dem Petersplatz.