Don Lino und die Messe mit dem Papst

Ein sizilianischer Priester erzählt von seiner Erfahrung als Konzelebrant mit dem Heiligen Vater

Vatikanstadt, (ZENIT.org) | 661 klicks

Menschen, die mit Don Lino di Dio bekannt sind, spüren, wie sehr ihm die von Papst Johannes Paul II. verbreitete Botschaft der Barmherzigkeit am Herzen liegt. Es ist daher kein Zufall, dass der Priester aus Gela die Heilige Messe zum 8. Todestag des seligen Karol Wojtyla mit Papst Franziskus konzelebrierte. Der Heilige Vater selbst hatte sich über sein Sekretariat mit Don Lino in Verbindung gesetzt.

Im Gespräch mit Andrea Cassisi von der Wochenzeitung „Settegiorni” der sizilianischen Diözese Piazza Armerina gibt Don Lino Folgendes bekannt: „Ich erinnere mich daran, an den Ostertagen die abgespeicherten Nachrichten auf meinem Handy abgehört zu haben. Unter den vielen Wünschen befand sich auch jener des mit mir befreundeten Sekretärs des Papstes. Er bat mich darum, ihn sofort nach dem Anhören der Nachricht anzurufen. Verwundert kontaktierte ich unverzüglich das vatikanische Büro. Vom zuständigen Beamten erfuhr ich, dass der Papst den Wunsch geäußert hatte, mit mir während der am Dienstag in der Privatkapelle des päpstlichen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ stattfindenden Eucharistiefeier zu konzelebrieren, und dass meine Familie mich begleitendürfte. Tief bewegt und immer noch ungläubig, buchte ich sofort darauf einen Flug nach Rom.“

Etwas mehr als 30 Gläubige waren bei der Feier zugegen, bei der Papst Franziskus mehrmals auf das Thema der Barmherzigkeit und die Bedeutung der Tränen zu sprechen kam.

Auf die Messe folgte ein privater Empfang der Familie des Priesters durch den Papst. Der Heilige Vater führte ein heiteres und liebevolles Gespräch mit den Eltern, der Schwester, dem Schwager und den Nichten Elisabeth und Martina Karol. Die Mutter Don Linos überreichte dem Papst ein einst für den Sohn selbst angefertigtes Messgewand.

Der aus Gela stammende Priester berichtete Franziskus vom großen Echo, das ihre vorangegangene und unerwartete Begegnung in der Pfarrkirche Sant’Anna in der Vatikanstadt in Sizilien gefunden hatte, und von der dort herrschenden Begeisterung über seine Wahl zum Papst.

Der Heilige Vater segnete daraufhin eine Ikone der Göttlichen Barmherzigkeit, die unter den sizilianischen Familien auf Wanderschaft geschickt werden sollte, zum Zeichen der Unterstützung dieser Initiative. „Nur die göttliche Barmherzigkeit wird die Welt retten.“ Mit diesen Worten erinnerte er an die entsprechende Feier am kommenden Sonntag, im Rahmen derer in der Lateranbasilika die offizielle Inthronisierung von Papst Franziskus in das Amt des Bischofs von Rom – der von ihm so geliebter Titel   vollzogen werden wird.

Nachdem er Don Lino eine Autogrammkarte überreicht hatte, lud der Papst ihn zu einem Frühstück ein. Don Lino zufolge habe ihn der Papst in diesem Rahmen gefragt, wer sein Bischof sei, und ihn um telefonische Kontaktaufnahme gebeten. Msgr. Michele Pennisi habe den Heiligen Vater um Begleitung im Gebet während der Vorbereitungszeit auf seine neue Funktion in der Erzdiözese von Monreale und um einen speziellen Segen für die Diözesen von Piazza Armerina und Monreale ersucht.

Den Abschluss bildete der Austausch von Geschenken. Dazu berichtete Don Lino: „Ich überreichte Seiner Heiligkeit eine Packung Mandel- und Pistaziengebäck. Während wir beim Frühstück ein Gespräch über Sizilien führten, wo er bald hinreisen möchte, probierte er von der Spezialität und hat großes Lob darüber ausgesprochen. Das Geschenk von Papst Franziskusan Don Lino war eine argentinische Süßigkeit.“