Don Luigi Giussani, Gottesmann und Werkzeug des Geistes

"Christus und die Kirche waren seine große Liebe", sagt Papst Johannes Paul II.

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ROM, 2. März 2005 (ZENIT.org).- Im Namen des Generalpräsidiums des internationalen Schönstattwerkes hat Pater Angel Strada dem Direktor der Gemeinschaft "Comunione e Liberazione" ("Gemeinschaft und Befreiung"), Pater Carrón, anlässlich des Todes des Gründers der Bewegung, Msgr. Luis Giussani, kondoliert.



In seinem Schreiben erinnert sich Msgr. Strada unter anderem an die Feierlichkeiten rund um den 100. Geburtstag des Gründers der Schönstattbewegung, Pater Josef Kentenich, in Schönstatt im September 1985, an denen auch der am 22. Februar verstorbene Msgr. Giussani teilgenommen hat: "Wir werden nie vergessen können, wie Don Guissani uns mit seiner brüderlichen Anwesenheit anlässlich der Feier des 100. Geburtstages unseres Gründers, Pater Josef Kentenich, ehrte. Die darauf folgenden Kontakte mit ihm bei Gelegenheit der Weltkongresse der Bewegungen und anderen kirchlichen Ereignissen verstärkten unsere Überzeugung, vor einem Gottesmann zu stehen, einem Werkzeug des Geistes, einer Quelle der Gemeinschaft und Brüderlichkeit in Christus. Wir danken Gott für die Gnade, ihn kennen gelernt zu haben. Und wir bitten, dass sein Geist lebendig und aktiv in seiner Gründung weiterwirkt, damit diese fruchtbar wird und dem Wohl der ganzen Kirche dient", schreibt Pater Angel Strada.

Mit dem menschlichen Empfinden des Schmerzes über seine physische Abwesenheit verbinde sich die dankbare Erinnerung an die Großtaten, die Gott im Leben des italienischen Priesters gewirkt habe. Er sei ein wahrer "Zeuge und Botschafter der lebendigen Erfahrung der Liebe Christi für die heutige Welt" gewesen, so Strada.

"Durch sein Vorbild und sein Wort an Tausende von Männern und Frauen wies er den Weg zur Begegnung mit dem Mensch gewordenen Gott, der auch heute in menschlichen Herzen und in der Kultur der Völker handelt. Der Heilige Geist trieb ihn an, im Schoß der Kirche Gründer und Vater einer Gemeinschaft zu sein, die die Communio fördert und die volle Befreiung sucht. Mit unerschöpflicher Energie und leidenschaftlicher Liebe weihte er dieser Berufung seine ganze Kraft. Die Gewissheit, dass Don Guissani das Ziel, für das er lebte, nun erreicht hat, lässt uns ein freudiges Magnifikat anstimmen. Die Gewissheit, dass er vom Himmel aus weiterhin Führer und wirksamer Fürsprecher sein wird, ist uns Grund zum Trost und zur Hoffnung." Dem Direktor von "Comunione e Liberazione" wünscht Pater Strada abschließend "die Gabe der schöpferischen Treue zum Charisma Don Giussanis".

Anlässlich des Requiems für Msgr. Luigi Guissani im Mailänder Dom am 24. Februar verlas Erzbischof Rylko, Präsident des Päpstlichen Rates für die Laien, eine Botschaft des Papstes an die Bewegung "Comunione e Liberazione" zum Tod ihres Gründers. Johannes Paul II. betont darin die Fähigkeit von Don Guissani, "das Kreuz auf sich zu nehmen, das sich in eine Quelle der Fruchtbarkeit verwandelte. Ich bin in tiefer Weise mit euch verbunden (...). Der Glaube hat bewirkt, dass Christus Leben und Leidenschaft von Don Guissani geworden ist, und das ist es, was er Tausenden von Jugendlichen auf der Suche nach einem Bezugspunkt und nach Vorbildern vermittelt hat (...). Er hat den Jugendlichen einen begeisternden Weg des Glaubens gezeigt. (...) Christus und die Kirche waren seine große Liebe."

In seiner Predigt erklärte Joseph Kardinal Ratzinger, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, Don Giussani habe es verstanden, "was es heißt, das Leben zu 'verlieren': Er hat es verloren, indem er es hingegeben hat, indem er gedient hat, indem er den Reichtum seines Herzens gegeben hat. Darum hat Gott ihn zum 'Vater vieler' gemacht." Für den im Alter von 82 Jahren verstorbenen Priester sei das Christentum nie "ein Bündel von Ideen oder ein Paket von Dogmen" gewesen, sondern vielmehr "eine Begegnung der Liebe mit Jesus Christus, eine Begegnung, die eine Liebesgeschichte zwischen dem Jünger und seinem Meister entstehen und sich entfalten lässt. Christus begegnen heißt, zur Nachfolge gebeten werden, mehr noch, gebeten zu werden, in Christus zu leben", so der Kuriernkardinal.