Dött: Die Verantwortung des Einzelnen ist unverzichtbar

Vortrag der BKU-Bundesvorsitzenden beim Kongress christlicher Führungskräfte

Leipzig, (ZENIT.orgBKU) | 857 klicks

„Nachhaltigkeit erfordert politische Strukturreformen, aber auch Verantwortung jedes Einzelnen“, sagte Marie-Luise Dött, MdB, Vorsitzende des Bundes Katholischer Unternehmer e.V., am Freitag beim Führungskräftekongress in Leipzig. „So notwendig marktwirtschaftliche Anreize und ein geeigneter staatlicher Ordnungsrahmens sind, um Nachhaltigkeit zu erreichen, so unverzichtbar sind Menschen, die sich ihren Mitmenschen und dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen. Als Christen, als Unternehmer, als Politiker und als Teil einer aktiven Bürgergesellschaft.“

Wie schwer es sei, Nachhaltigkeit im täglichen Leben und Wirtschaften tatsächlich umzusetzen, zeige sich an der globalen Finanz- und Schuldenkrise und den dabei offenbarten ethischen Verfehlungen und Regulierungsmängeln, im anhaltend hohen Ressourcenverbrauch in den Industrie- und Schwellenländern und in den ungelösten Problemen in den umlagefinanzierten Sozialversicherungen angesichts des demographischen Wandels. Es sei entscheidendes Ziel des BKU, sich für die Verwirklichung von Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung in Politik und Wirtschaft stark zu machen: Einzufordern, dass die natürlichen Lebensgrundlagen bewahrt werden und Menschen sich auf lokaler, regionaler, nationaler und globaler Ebene der Verantwortung für die Menschen auf dieser Erde stellen.

Der BKU erarbeite dazu konkrete Handreichungen für Unternehmer und Politiker, sagte Dött im Fachplenum „Soziale Verantwortung“ des Kongresses. Als konkrete Beispiele nannte sie die aktuelle Schrift „Zum Unternehmer berufen!“ des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, deren Mitherausgeber der BKU ist, und das aktuelle BKU-Grundsatzpapier „Markt-Staat-Bürgergesellschaft: Für eine Ordnungspolitik der Nachhaltigkeit“. „Zum Unternehmer berufen!“ entwickle praktische ethische Leitlinien für den Unternehmensalltag. „Markt-Staat-Bürgergesellschaft“ nenne konkrete Empfehlungen für die Politik, etwa zur Reform der

Sozialversicherungen

Soziale Verantwortung innerhalb der Generationen und zwischen ihnen
Dött betonte auch die soziale Verantwortung für künftige Generationen. „Im Status quo der Sozialversicherungen werden Ansprüche generiert, die unseren Kindern und Enkeln angesichts unausweichlicher demographischer Verschiebungen untragbare Lasten aufbürden. Rentenansprüche müssen wesentlich stärker nach der Kindererziehung gestaffelt werden“, forderte sie. Erziehung sei konstitutiv für die umlagefinanzierten Systeme, da die Kinder die Rentnergeneration später durch ihre Beiträge unterstützen. Die Staffelung mache das System unabhängig von demographischen Verschiebungen. Sie sei zugleich ein Gebot der sozialen Gerechtigkeit zwischen Eltern und Menschen, die keine Kinder haben.