Dr. Konrad Zdarsa zum zweiten Bischof von Görlitz geweiht

„Ipse est enim pax nostra - er nämlich ist unser Friede“

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GÖRLITZ, 25. Juni 2007 (ZENIT.org).- Der Berliner Erzbischof Georg Kardinal Sterzinsky nahm am Samstag die Weihe des bisherigen Generalvikars des Bistums Dresden-Meißen, Dr. Konrad Zdarsa, zum Bischof des Bistums Görlitz vor.



Dr. Konrad Zdarsa ist der zweite Bischof des Bistums Görlitz nach der Bistumserhebung im Jahre 1994. Er folgt Bischof Rudolf Müller nach, der im vergangenen Jahr mit 75 Jahren in den Ruhestand gegangen ist. Das Bistum Görlitz ist mit 32.000 Katholiken das kleinste deutsche Bistum. Zu seinem Gebiet gehören das südliche Brandenburg und der nordöstliche Teil der Oberlausitz. Der Katholikenanteil in der Region liegt bei knapp fünf Prozent.

Konrad Zdarsa wurde am 7. Juni 1944 als siebtes Kind in Hainichen/Sachsen geboren und am 16. März 1974 in Dresden zum Priester geweiht. 1974 wurde er Kaplan in Dresden-Neustadt, 1976 Domvikar, Bischöflicher Sekretär und Ordinariatsassessor. Ein Jahr später ging er zum Studium nach Rom, wo er 1982 in Kirchenrecht promovierte.

Nach seiner Rückkehr, die im selben Jahr erfolgte, wirkte der Priester erneut als Ordinariatsassessor und betreute darüber hinaus die Pfarrvikarie Dresden-Pillnitz. 1983 wurde er zum Ordinariatsrat ernannt. Ab 1985 wirkte er als Pfarrer in Freital, 1990 übernahm er auch noch den Vorsitz des Caritasverbands. 1991 wurde P. Zdarsa Propst in Chemnitz. Zwei Jahre später übernahm er auch die Aufgaben des Pfarradministrators der Chemnitzer Pfarrei Maria Hilf.

Ab dem Jahr 2001 leitete P. Zdarsa die Personalabteilung des Bischöflichen Ordinariats und arbeitete zudem als Beauftragter für den Ständigen Diakonat. Von 2001 bis 2003 war er zusätzlich als Diözesandirektor des Päpstlichen Werks für Geistliche Berufe tätig. Seit Februar 2004 wirkte er Generalvikar des Bistums Dresden-Meißen.

Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Erwin Josef Ender, bezeichnete die Bistumserhebung während des festlichen Weihegottesdienstes als „zukunftsträchtig“ und erklärte, dass der neue Bischof nun dazu beitragen müsse, dass das Bistum auch in Zukunft lebensfähig bleibe.

Karl Kardinal Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hob in seiner Ansprache die Brückenfunktion des Bistums hervor: Als „lebendiger Rest“ des alten deutschen Erzbistums Breslau habe das Bistum Görlitz eine wichtige Verantwortung bei der „Versöhnung der Völker gerade in diesen schwierigen Zeiten“.

Während der Zeremonie richtete Hauptkonsekrator Kardinal Sterzinsky folgende Fragen an den Weihekandidaten: „Von den Zeiten der heiligen Väter an verlangt es die Ordnung, dass sich der Bischof vor seiner Weihe inmitten der Kirche zu dem festen Vorsatz bekennt, den Glauben treu zu bewahren und sein Amt recht zu verwalten. Daher frage ich dich, lieber Mitbruder: Bist du bereit, in dem Amt, das von den Aposteln auf uns gekommen ist und das wir dir heute durch Handauflegung übertragen, mit der Gnade des Heiligen Geistes bis zum Tod zu dienen?“

Auf diese und alle andere Fragen, die in der Folge angeführt sind, antwortete der Kandidat: „Ich bin bereit.“

-- Bist du bereit, das Evangelium Christi treu und unermüdlich zu verkünden?
-- Bist du bereit, das von den Aposteln überlieferte Glaubensgut, das immer und überall in der Kirche bewahrt wurde, rein und unverkürzt weiterzugeben?
-- Bist du bereit, am Aufbau der Kirche, des Leibes Christi, mitzuwirken und zusammen mit dem Bischofskollegium unter dem Nachfolger des heiligen Petrus stets die Einheit zu wahren?
-- Bist du bereit, dem Nachfolger des Apostels Petrus treuen Gehorsam zu erweisen?
-- Bist du bereit, zusammen mit deinen Mitarbeitern, den Presbytern und Diakonen, für das Volk Gottes wie ein guter Vater zu sorgen und es auf dem Weg des Heiles zu führen?
-- Bist du bereit, um des Herrn willen den Armen und Heimatlosen und allen Notleidenden gütig zu begegnen und zu ihnen barmherzig zu sein?
-- Bist du bereit, den Verirrten als guter Hirte nachzugehen und sie zur Herde Christi zurückzuführen?
-- Bist du bereit, für das Heil des Volkes unablässig zum allmächtigen Gott zu beten und das hohepriesterliche Amt untadelig auszuüben?

Der neue Bischof von Görlitz versieht seinen Dienst im Zeichen des Wahlspruchs: „Ipse est enim pax nostra“ (Er nämlich ist unser Friede; vgl. Eph 2,14).