Dr. Michael Waldstein: Lautes Lesen und Musikhören in der Familie führt zusammen

Vortrag anlässlich des theologisch-pastoraler Kongresses zum Weltfamilientreffen in Valencia (Spanien)

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VALENCIA, 6. Juli 2006 (ZENIT.org).- Der Präsident des Internationalen Theologischen Instituts für Studien zu Ehe und Familie (ITI) in Gaming, Michael Waldstein, appellierte am Mittwoch in der drittgrößten spanischen Stadt Valencia an Tausende von Eltern, die Erziehung ihrer Kinder nicht den Massen- und Unterhaltungsmedien zu überlassen.



Eltern sollten sich die Zeit nehmen, mit den eigenen Kindern zu lesen und Musik zu hören. Dies sei der einzige Weg, um der andauernden "Erregung der unreifsten Leidenschaften" der Halbwüchsigen entgegenzuwirken, führte der Theologieprofessor aus.

Waldstein wies in seinem Beitrag während des theologisch-pastoralen Kongresses außerdem darauf hin, dass die Distanz zwischen Eltern und Kindern immer größer werde. Vor rund 6.000 Zuhörern erklärte er, dass die Ursache für diese Entwicklung im Vorrang der materiellen Güter vor der menschlichen Person liege.

Es sei heute notwendig, "das Herz der Väter zu den Kindern zu bekehren und umgekehrt". Dafür sei allerdings eine Abkehr vom utilitaristischen Konzept "Zeit ist Geld" und eine Hinwendung zur Realität notwendig: "Zeit ist Leben."

Auch die Kinder, so der Theologe und Familienvater, seien "ausgezeichnete Erzieher der Eltern", weil sie noch unverdorben seien und von Natur aus wüssten, worauf es ankomme, wenn es darum geht, dem anderen in Liebe zu begegnen. Abschließend rief Waldstein die Eltern dazu auf, sich auf die Aufgabe der Kindeserziehung auch wissenschaftlich vorzubereiten.

Das ITI wurde 1996 auf besonderen Wunsch Papst Johannes Paul II. gegründet. Das ITI ist ein Institut päpstlichen Rechts und wird von der Österreichischen Bischofskonferenz, einer Stiftung der schwedischen und der holländischen Bischofskonferenz, vom Büro für Osthilfe der Bischofskonferenz der USA sowie einigen anderen Stiftungen und Privatpersonen finanziert.