Dramatische Flüchtlingssituation im Irak

MISEREOR ruft dringend zu Spenden auf

Rom, (MISEREOR) | 296 klicks

Aus dem Norden des Irak berichten MISEREOR-Partner von einer dramatischen Zuspitzung der Flüchtlingssituation. Innerhalb von wenigen Tagen sind aus den irakischen Städten Mossul, Falludschah, Tikrit und anderen umkämpften Regionen insgesamt über 600.000 Menschen in den kurdischen Teil des Irak geflüchtet. Auch aus Syrien strömen nach wie vor Tausende Menschen in das Gebiet. "Das ist, als hätte Deutschland innerhalb kürzester Zeit zehn Millionen Flüchtlinge aufgenommen", erklärt MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon. "Noch bei meinem letzten Besuch vor vier Monaten war die Situation in den Flüchtlingslagern, in denen vor allem syrische Flüchtlinge Schutz gesucht hatten, verhältnismäßig stabil und die humanitären Herausforderungen zu bewältigen. Jetzt allerdings ist die Lage dramatisch. Mit der IS-Offensive hat sich die Situation für die Flüchtlinge fundamental verschärft", so Bröckelmann-Simon. "Wir sind an einem Punkt angelangt, wo wir mit den bisherigen Hilfsmaßnahmen an eine Grenze stoßen. Der gesamte Nahe Osten brodelt und die Menschen leiden. Die bisherigen Hilfsmaßnahmen in der Region reichen bei weitem nicht mehr aus. Die Nothilfe muss dringend ausgeweitet werden."

Ahmad Salah, Leiter der MISEREOR-Partnerorganisation 'Jiyan Foundation for Human Rights', bestätigt die Dramatik der Lage: "Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung in Kurdistan ist groß. Doch für die  Zahl der Menschen, die jetzt Hilfe brauchen, reichen die bestehenden Kapazitäten der Flüchtlingslager einfach nicht mehr aus. Die Brutalität der IS-Kämpfer ist  derart, dass die Menschen in Panik und ohne Habseligkeiten geflüchtet sind", so Salah.  Darüber hinaus erschwert die große Hitze im Norden Iraks die Versorgung der Flüchtlinge. Familien hausen bei über 45 Grad in überhitzten Zelten. Es fehlt an Wasser,  Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln, Medikamenten und Kleidung. Der Ausbruch von Krankheiten wie Cholera und Hautkrankheiten droht.
  
"Wir brauchen dringend Wassertanks und Kühlgeräte, um das Leben der Flüchtlinge zu schützen. In der jetzigen Situation sind sie nicht ausreichend mit Lebensmitteln versorgt. Es bricht einem das Herz", berichtet Salah. "Viele Flüchtlinge sind zudem schwer traumatisiert und berichten von unvorstellbaren Gräueltaten der IS-Kämpfer an der Zivilbevölkerung. "Die 'Jiyan Foundation for Human Rights' bietet daher im Flüchtlingslager Domiz und sechs weiteren Zentren psychologische, medizinische und soziale Hilfe an. 

Mobile Einsatzteams helfen in entlegenen Gebieten. Auch die MISEREOR-Partnerorganisation 'Christian Aid Program Northern Iraq' (CAPNI) verteilt  Nahrungsmittel, Medikamente und Wassertanks, bietet medizinische und psychologische Betreuung sowie Schulunterricht an.

MISEREOR hat die medizinische und therapeutische  Betreuung der Flüchtlinge im Irak in den vergangenen zwei Jahren mit insgesamt über 1,47 Millionen Euro gefördert  und stellt in dieser akuten Situation zunächst weitere 190.000 Euro für die Nothilfe zur Verfügung.  MISEREOR ist daher dringend auf Spenden angewiesen und bittet die deutsche Bevölkerung um Hilfe für die Flüchtlinge.

Spendenkonto: 10 10 10  Pax-Bank Aachen BLZ 370 601 93
IBAN: DE75 3706 0193 0000 1010 10
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Stichwort: Nothilfe Naher Osten