Dramen beginnen in unseren Herzen

Kreuzwegbetrachtungen für Papst Benedikt

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ROM, 7. April 2011 (ZENIT.org). – Sie habe ihre Texte als Gebete geschrieben, „als Gebete des Herzens, das vom Wort Gottes berührt worden ist“. Denn das Herz sei der Mikrokosmos, in dem sich alles entscheide, was dann in der Welt geschehe. Dies sagte die Augustinerschwester Maria Rita Piccione OSA aus dem römischen Kloster „Santi Quattro Coronati“, die in diesem Jahr mit dem Verfassen der Betrachtungen für den traditionellen Kreuzweg des Papstes am Karfreitag beim römischen Kolosseum beauftragt wurde (ZENIT berichtete).

In einem Interview mit Radio Vatikan sagte die römische Ordensfrau, sie habe ihre Betrachtungen nicht nur für die Gläubigen geschrieben, sondern für alle Menschen. Alle müssten in ihren Herzen Solidarität und Verantwortung dafür entdecken, was in der Welt geschehe.

„In meinen Meditationen gehe ich nicht so sehr auf die Dramen dieser Welt ein – etwa das Drama in Japan oder die Aufstände im Nahen Osten – als vielmehr auf die Wurzel dieser Dramen. Die Wurzeln der menschlichen Dramen liegen in unserem Herzen.“

Die kontemplative Ordensfrau wünscht sich beim Verlesen ihrer Texte am Kolosseum auch ein Kind,„um in diesem Gebet der Kirche auch den Kindern eine Stimme zu geben, die so oft in ihrer Würde verletzt und ausgenutzt werden. Damit meine ich nicht nur Missbrauchs-fälle, von denen so viel gesprochen worden ist..., denn das Feld ist sehr viel weiter und betrifft die ganze Menschheit.“

Im vergangenen Jahr hatte der frühere Kardinalvikar und ehemalige Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Camillo Ruini, die Meditationen geschrieben.

Berühmte Kreuzwegbetrachtungen für die Päpste waren in der Vergangenheit: im Jahr 1975 die Betrachtungen aus den Briefen des Gründers der Passionisten, des hl. Paul vom Kreuz, für Paul VI. mit dem Titel „Weisheit des Kreuzes“; die Betrachtungen von André Frossard aus dem Jahr 1986 für Johannes Paul II. mit dem Titel „Menschensohn“ und die von Hans Urs von Balthasar im Jahr 1988 unter dem selben Pontifikat mit dem Titel „Zeichen des Widerspruchs“. (jb)